Naturschutzgebiet

Polizei zeigt höhere Präsenz im Taubergießen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 15. Mai 2019 um 19:56 Uhr

Kappel-Grafenhausen

Als Reaktion auf den Orchideenraub von vergangener Woche hat die Polizei verstärkt Präsenz in dem Gebiet gezeigt. Weitere Schutzmaßnahmen werden laut dem Regierungspräsidium geprüft.

Bei einem Abstimmungstermin haben Behördenvertreterinnen und Behördenvertreter über den Schutz des Taubergießens bei Kappel-Grafenhausen beraten. Hintergrund waren die Diebstähle von geschützten Orchideen aus dem Naturschutzgebiet der vergangenen Tage.

Nach einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums nahmen Vertreter der Gemeinden Kappel-Grafenhausen und Rust, der Stadt Rhinau sowie vom Landratsamts Ortenaukreis, dem Polizeipräsidium Offenburg und des Regierungspräsidiums am Treffen teil. Nach den bisherigen Erkenntnissen waren erstmals zwischen dem 1. und 5. Mai Orchideen von der sogenannten Gschlederwiese in der Nähe der Saukopfbrücke entwendet worden. Die Kriminalpolizei Offenburg hat die Ermittlungen übernommen.

Unterdessen habe die Polizei in den vergangenen Tagen vor Ort sichtbare Präsenz gezeigt und werde dies auch weiterhin tun. Das Polizeipräsidium bittet vor dem Hintergrund weiterer Meldungen über verschwundene Orchideen am Freitag, 10. Mai, und Dienstag, 14. Mai, die Öffentlichkeit um erhöhte Wachsamkeit (Hinweise unter Tel. 0781/21-2820).

Lückenlose Überwachung nicht möglich

Das Regierungspräsidium Freiburg prüft derzeit die vorliegenden Vorschläge zur Sicherung des Orchideenbestands und ist auch offen für vorliegende Ideen einer möglichen Nachzucht, wenn diese in geeigneter Form zur eingehenden Prüfung übermittelt werden, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Auch wenn eine lückenlose Überwachung eines öffentlich zugänglichen Naturschutzgebietes wie den Taubergießen mit einer Größe von 1700 Hektar nicht möglich sei, prüfe das Regierungspräsidium derzeit alle Möglichkeiten mit dem Ziel, den Bestand an geschützten Orchideen zu erhalten. Dazu zähle auch der Einsatz eines Rangers, heißt es. Die ehrenamtlichen Naturschutzwarte betreuen zusätzlich zu den polizeilichen Überwachungen am Wochenende das Gebiet.

Die Behörde betont, dass es nur gemeinsam gelingen könne, den Schutzzweck des Taubergießen mit der Erhaltung und Entwicklung einer Rheinauenlandschaft als Lebensraum einer außergewöhnlich großen Anzahl seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten sicherzustellen.