Coronavirus

Positiver Test – Kenzinger Bürgermeister ist in Quarantäne

Felix Lieschke

Von Felix Lieschke

Do, 19. März 2020 um 18:56 Uhr

Kenzingen

Der Kenzinger Bürgermeister Matthias Guderjan wurde positiv auf das Coronavirus getestet, befindet sich aber wieder auf dem Weg der Besserung. Mit Kopfschmerzen fing alles an.

Der Kenzinger Bürgermeister Matthias Guderjan ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Derzeit befindet er sich in häuslicher Quarantäne – nach eigenen Angaben noch voraussichtlich bis Anfang April. Er befinde sich aber auf dem Weg der Besserung. Im Moment wird er durch Karl Weiß vertreten.

Matthias Guderjan hat auf Nachfrage bestätigt, dass er positiv auf das Coronavirus getestet wurde und sich aktuell mit seiner Familie in häuslicher Quarantäne befindet. In seinem Amt wird er momentan durch seinen Stellvertreter Karl Weiß vertreten. Er befinde sich auf dem Weg der Besserung, sagte Guderjan, aber bis er wieder ins Rathaus darf, werde noch einige Zeit vergehen.

Mit Kopfschmerzen hat alles angefangen

"Ich bin seit 6. März krank", erzählte Guderjan. Angefangen habe alles mit Kopf- und Nackenschmerzen. "Ich bin am Freitag direkt vorstellig geworden: beim Hausarzt, über die Notfallnummer, beim Landratsamt. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass ich positiv bin, aber ich wollte es ausschließen, weil ich diese Funktion innehabe", sagte der Rathauschef. Die Tests seien aber abgelehnt worden.

Am Donnerstag vor einer Woche habe sich sein Hausarzt an einen anderen Arzt gewandt, damit der Test veranlasst werde. Der andere Arzt habe den Test daraufhin gleich selbst vorgenommen. Den Test habe der Arzt ohne Schutzbrille gemacht, erklärte Guderjan. Deswegen sei auch die Praxis des Arztes jetzt erst einmal geschlossen. Ein Anruf bei besagter Arztpraxis bestätigte das. Laut Anrufbeantworter seien zwei positive Patienten in der Praxis gewesen, weshalb der Betrieb erst wieder am 30. März aufgenommen werden könne.

Als Folge des positiven Testergebnisses musste Guderjan eine Liste zusammenstellen mit allen Menschen, die weniger als einen Meter von ihm entfernt und sich dort länger als zehn Minuten aufgehalten hätten. Auch einer seiner Rathausmitarbeiter befinde sich seitdem in häuslicher Quarantäne. "Der Mitarbeiter hat mir in der Woche, in der ich ungetestet Zuhause war, die Post gebracht", erklärte Guderjan.

Zwei Tests müssen negativ sein

Bis zum 27. März wird sich Guderjan noch in Quarantäne befinden. So schreibt es das Gesundheitsamt vor. Seinen Dienst im Rathaus wird er aber voraussichtlich erst später wieder antreten können. "Wenn ich danach zwei negative Tests im Abstand von 48 Stunden nachweisen kann, bin ich wieder frei", erklärte Guderjan. Nach seiner Schätzung werde das etwa am 1. April sein.

Bis dahin vertritt ihn Karl Weiß. "Ich bin täglich in Kontakt mit meinem Stellvertreter Karl Weiß und dem Rathaus. Da wird im Rahmen der Möglichkeiten richtig gute Arbeit gemacht, die großen Dank und Anerkennung verdient", sagt Guderjan. Das Kenzinger Rathaus sei funktionsfähig, erklärte auch Karl Weiß. "Das Miteinander funktioniert sehr gut", sagte er. Mit Guderjan telefoniere er bis zu zweimal täglich, um ihn auf dem Laufenden zu halten.