Freiburg-Landwasser

Räumlichkeiten im EKZ-Obergeschoss sind erstmal zwischenvermietet

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Fr, 17. Januar 2020

Freiburg

Im Obergeschoss des Einkaufszentrum gibt es vorübergehend neue Nutzungen. Unklar ist allerdings, in welchem Umfang dort gewohnt wird.

Früher hingen in den langen Fluren im Obergeschoss des Einkaufszentrums zahlreiche Praxisschilder – jetzt gibt’s nur noch eine einzige Doppelarztpraxis (siehe Text oben). Was wurde aus den Räumen, nachdem die Ärzte, eine Physiotherapeutin und andere medizinische Praxen ausgezogen sind? An den Klingeln stehen ausschließlich ausländische Namen, in einem Flur lagern vor einer Tür viele Wohnungsgegenstände.

Der Zahnarzt Ronan Bernard, der 2018 aus einer Praxis auszog, sagt der BZ, dass dort seines Wissens nun Saison-Bauarbeiter untergebracht seien. Ein Subunternehmen der Firma Unmüßig habe Trockenbauwände eingezogen und die Räume zu Wohnzwecken vermietet. Bei seinem Kollegen nebenan sei dasselbe passiert. Überall seien Praxen zu Wohnraum umfunktioniert worden. Auch Gerüchte im Stadtteil beziehen sich darauf: In den Räumen, die zu hohen Preisen vermietet würden, seien Saisonarbeiter untergebracht. Auf eine Anfrage der BZ hatte Stephan Schoeller für die Firma Unmuessig zunächst nur geantwortet, dass "im Zuge der Nachvermietung zwei Wohnungen dem zuständigen Amt der Stadt Freiburg als Anschlussunterbringung für Flüchtlinge angeboten und 2017 bezogen" worden seien. "Wohnungen" gebe es dort aber seit 1968 nicht mehr, sagt Ronan Bernard – damals seien sie zu Praxen umgestaltet worden. Und die städtische Pressesprecherin Martina Schickle betont: "Diese Wohnungen beziehungsweise Praxen wurden nicht von uns angemietet. Wir haben aktuell keine Wohnung in Landwasser und auch keine von Unmüßig." Der Bürgervereinsvorsitzende Dieter Dormeier ging bisher davon aus, dass in den Räumen vor allem Geflüchtete untergebracht seien. Ronan Bernards Aussage, dass es sich vorrangig um Saisonarbeiter handle, erscheint ihm aber einleuchtend: Die Bewohner, die zum Teil osteuropäische Sprachen sprächen, würden ständig wechseln und bei ihrem Auszug Sperrmüll wie Waschmaschinen hinterlassen.

Stephan Schoeller antwortet auf die Anfragen der BZ: "Von einer Wohnraumnutzung ohne sanitäre Anlagen ist uns nichts bekannt, wir würden als Vermieter so etwas auch nicht dulden."

Dazu, ob ein Subunternehmen eingeschaltet sei, lägen ihm keine Informationen vor, schreibt er auf Nachfrage – diese "vielen und detaillierten Fragen" könne er "vorerst nur zur Kenntnis nehmen und dem nachgehen".