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Warum wird einem hinten im Fahrzeug leichter schlecht als vorne?

Johanna Jacobs

Von Johanna Jacobs

Mi, 05. Februar 2020 um 20:40 Uhr

Auto & Mobilität

Auf der Rückbank sind die Bedingungen für die Entstehung einer Reisekrankheit am besten, erklärt Christoph Maurer, Facharzt in der Klinik für Neurologie und Neurophysiologie an der Uniklinik Freiburg.

"Die Übelkeit entsteht wegen eines sensorischen Konflikts: Die Augen nehmen wahr, dass man sich relativ zur Umgebung, also dem Fahrzeug, gar nicht bewegt, das Gleichgewichtsorgan meldet aber Beschleunigungen." Weil das Gehirn diesen Widerspruch nicht auflösen könne, erzeuge es aktiv Übelkeit, um solche Situationen künftig zu vermeiden.

"Hinzu kommt, dass Bewegungen, die wir sehr selten ausführen, wie etwa die ausschwenkende Bewegung der letzten Bank im Bus, Schwindel begünstigen", so Maurer. Medikamente gegen Reisekrankheit helfen, indem sie den Hirnstamm, in dem der Konflikt entsteht, ein Stück weit schlafen legen, sie machen aber oft auch müde.

Den besten Schutz bietet übrigens der Platz am Steuer: Wer das Auto lenkt, sieht gut nach draußen und erleidet keinen sensorischen Konflikt. Außerdem wird man von den Querbeschleunigungen nicht überrascht, wenn man sie selbst herbeiführt.