Blumen statt Weingummi

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Von dpa

So, 12. Januar 2020

Gastronomie

Der Sonntag Im neuen Jahr will sich so mancher endlich gesund ernähren und nicht so viel naschen.

Endlich gesund ernähren, diesmal wirklich – das nehmen sich viele gerade zu Jahresbeginn immer wieder vor. Doch der Alltag sieht oft anders aus. Hier und da eine Handvoll Chips, dann noch ein Stück Torte und auf dem Heimweg ein deftig-fettiger Snack gegen Heißhunger.

Solche Angewohnheiten zu durchbrechen, ist gar nicht so leicht. "Zumal sich viele mit Nahrung belohnen", sagt Christoph Klotter, Gesundheits- und Ernährungspsychologe an der Hochschule Fulda. Doch die Ernüchterung folgt nicht selten beim Blick auf die Waage: Wer neben den regulären Mahlzeiten am Tag immer wieder unkontrolliert Kalorienbomben zu sich nimmt, riskiert Übergewicht.

Deshalb müssen Essrituale auf den Prüfstand gestellt werden. "Was nichts anderes heißt, als achtsam gegenüber sich selbst zu sein und sich zu fragen, warum man einen Snack isst und wie wichtig dieser einem ist", erklärt die Ernährungsberaterin Ingrid Acker. Auf einer Art Snack-Hitliste notiert man, auf welchem Platz auf einer Rangfolge von eins bis fünf etwas landet. "Belegt besagter Snack Platz eins der Liste, dann heißt es nicht zwangsläufig, dass es mit dieser Essgewohnheit generell vorbei ist", so Acker, im Gegenteil. Wenn die Schokolade extrem gut schmeckt, dann sollte sie auch weiter täglich genascht werden. Wichtig sei aber, bewusst – und nicht in sich hineinzustopfen.

Das Hinterfragen ist beim Umgang mit dem eigenen Essverhalten sinnvoll. Habe ich wirklich Hunger oder eher Appetit? "Auf einen Mangel macht der Körper jedenfalls nicht aufmerksam, wenn man auf ein bestimmtes Nahrungsmittel eine Gier verspürt", sagt Klotter.

"Viele hätten eher einen Mangel daran, wie sie sich anders als mit Essen selbst belohnen können", erklärt der Experte. Sein Rat: Sich alternative Belohnungen überlegen – also ein Spaziergang statt dem Eisbecher. Oder ein paar Blumen für den Schreibtisch statt der Tüte Weingummi.

Zum bewussten Essen gehöre außerdem, was oft Mangelware ist: Zeit. "Essen ist eine Auszeit von der Alltagshektik, die jedem von uns gut tut", so Acker. Und wer satt ist und trotzdem weiter isst, sollte sich ebenfalls nach dem Grund fragen.dpa