"Ihr hattet noch nie Currywurst?

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 25. Oktober 2014

Rheinfelden

ZISCH-INTERVIEW: Koch Michael Müller vom St. Josefshaus stellt sich Viertklässlern der Rheinfelder Goetheschule zum Interview übers Mensaessen.

Das Mittagessen nimmt in Ganztagsschulen einen besonderen Stellenwert ein. Die Großküche des St. Josefshauses liefert es der Goetheschule, und die Viertklässler Anna Geist, Pascal Obst und Colin Psaras fragten den Koch Michael Müller nach dem Wie und Warum.

BZ: Schmeckt Dir das Essen, das Du kochst, auch selbst?
Müller: Ja, wenn’s mir nicht schmecken würde, würde ich es nicht rausgeben. Entweder von mir oder von einem Koch wird probiert, ob man nachwürzen muss.

BZ: Dürfen wir das Essen, das Du kochst, auch mal selbst aussuchen?
Müller: Das wird schwierig, weil wir über 1000 Essen machen. Aber ihr dürft gerne mal aufschreiben, was ihr gerne esst, dann können wir euch das vielleicht kochen.
BZ: Wie lange brauchst Du denn überhaupt, um ein Gericht für so viele Menschen zu kochen?
Müller: Wir sind ja mehrere Köche und teilen uns auf. Für das Essen für euch, das sind so um die 120, dauert das ungefähr eine bis eineinhalb Stunden, mit Abfüllen und allem. Wir müssen es erst kochen und dann kühlen.

BZ: Was ist Dein Lieblingsessen?
Müller: Ich esse gerne Teigwaren und Schnitzel.

BZ: Warum bist Du Koch geworden?
Müller: Das war schon immer mein Wunsch. Ich habe früher schon als Kind daheim versucht zu kochen, manchmal hat’s funktioniert, manchmal nicht. So hat sich das ergeben.
BZ: Wo und wann isst Du selbst eigentlich Mittag?
Müller: Wir essen bei uns im Restaurant, meistens, wenn alles vorbei ist, so um ein Uhr. Wir essen eins der beiden Menüs, die wir gekocht haben.
BZ: Warum gibt es jeden Monat dasselbe zu essen?
Müller: Nicht jeden Monat, unser Speiseplan ist für zwölf Wochen angelegt. In dieser Zeit wiederholt sich alles. Wir variieren zwar, aber in der Regel gilt dieser Speiseplan. Das hängt mit den Produkten und mit dem Einkauf zusammen.
BZ: Wie viele Köche helfen Dir?
Müller: Bei uns gibt es noch einen Koch, zwei Köchinnen, und dann haben wir noch Hilfskräfte.
BZ: Hast Du denn auch ein eigenes Restaurant?
Müller: Nein. Ich möchte auch keins aufmachen, dazu sind die Zeiten zu hart.
BZ: Wann ist Dir zum letzten Mal etwas angebrannt?
Müller: Das passiert eigentlich sicher einmal in der Woche, das kann man kaum verhindern. Wir haben so große Kochkessel, dass das schnell passiert, wenn man nicht dabei stehen bleibt, bis es kocht. Das brennt ruck-zuck an.
BZ: Warum gibt es eigentlich jeden Tag Gemüse?
Müller: Es gibt entweder Gemüse oder Salat, weil ihr Nährwert für Kinder und Erwachsene sehr wichtig ist.
BZ: Woher bekommst Du Deine Rezepte?
Müller: Wir sammeln sie. Sie sind schon bei uns im Computer hinterlegt, und wir ergänzen sie auch immer wieder. Wir holen sie uns auch aus Zeitschriften und Büchern.
BZ: Wann gibt es denn endlich einmal Currywurst?
Müller: Ihr habt noch nie Currywurst gehabt? Dann werden wir mal gucken.
BZ: Was kochst Du zu Hause für Dich?

Müller: Oje, eigentlich nichts Aufwändiges, ich mache mir manchmal nur Salat und Fleisch oder Fisch. Ich esse wenig Beilagen.

BZ: Wie ich, ich esse wenig, ich weiß auch nicht warum.

Müller: (Grinst) So, so, ich weiß aber schon, warum ich wenig Beilagen esse.

Michael Müller (52) ist Produktionsleiter Küche im St. Josefshaus Herten, wo er seit 2001 arbeitet.