Roche profitiert von seinen Corona-Tests

Michael Baas

Von Michael Baas

Fr, 16. Oktober 2020

Basel

Pandemie bremst Pharmasparte.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY hatte den Basler Roche-Konzern im Juni auf Basis des Umsatzes zum aktuell größten Pharmakonzern der Welt erklärt. Doch auch der inoffizielle Titel schützt nicht vor den Folgen der Corona-Pandemie. Zwar schiebt diese und die damit verbundene Nachfrage nach Tests das Diagnose-Geschäft an und verhilft dieser zu einem Höhenflug. So stieg der Umsatz der Sparte in den ersten neun Monaten wechselkursbereinigt um neun Prozent auf umgerechnet fast neun Milliarden Euro. Damit wuchs auch der Anteil des Geschäftes am Konzernumsatz von umgerechnet knapp 40 Milliarden Euro um rund 1,5 auf 22 Prozent. Vor allem die molekularen PCR-Tests zum Nachweis von Covid-19 haben den Umsatz getrieben und Rückgänge bei der Routinediagnostik mehr als kompensiert.

Die Entwicklung der Pharma-Division, dem nach wie vor zentralem Standbein des Konzerns, hat dagegen spürbar Fahrt verloren. Wechselkursbereinigt ging der Umsatz zwar nur um ein Prozent zurück auf umgerechnet rund 31,5 Milliarden Euro; auf Basis des für Roche relevanten Schweizer Franken steht unter dem Strich im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2019 aber ein Minus von sechs Prozent. Beim meistverkauften Medikament, dem Krebsmittel Avastin, auf das fast ein Zehntel des Umsatzes entfällt, verzeichnete Roche wegen der wachsenden Konkurrenz von Nachahmerpräparaten in dem Fall Biosimilars einen Umsatzrückgang um 22 Prozent. Aufs Jahr gesehen hat der Konzern seinen Ausblick gleichwohl bestätigt und erwartet für das Schlussquartal eine weitere Erholung.