SC Freiburg

SC Freiburg krönt Saison zum Abschluss mit 4:0-Sieg über Schalke 04

dpa und Eyüp Ertan

Von dpa & Eyüp Ertan

Sa, 27. Juni 2020 um 17:23 Uhr

SC Freiburg

Mit einem glänzenden Auftritt verabschiedet sich der SC Freiburg in die Sommerpause. Gegen desolate Schalker landet die Streich-Elf einen in der Höhe verdienten 4:0-Kantersieg.

Der SC Freiburg hat sich mit einem klaren Heimsieg aus der Saison verabschiedet und die Negativ-Stimmung beim Krisenclub FC Schalke weiter verschärft. Während der Partie protestieren Schalker Anhänger vor dem Stadion auf Schalke, Medienberichte lassen auf erste Konsequenzen schließen. Derweil dürfen sich die Freiburger freuen, Historisches geschafft zu haben: Noch nie hat der SC eine Saison durchgehend auf einem einstelligen Tabellenplatz verbringen können.

Schalke kämpft mit sich selbst

Mitten im Ärger um die zusätzlich belastende Tönnies-Affäre verloren die Königsblauen am Samstag beim effizienten Gastgeber deutlich mit 0:4 (0:2). Während rund 1000 Anhänger rund um die Schalke-Arena mit einem Protest ihren Unmut kundtaten, baute die Mannschaft von Trainer David Wagner im Breisgau ihre Pleiten-Serie in der Fußball-Bundesliga auf 16 Spiele ohne Sieg aus. Mit immensen Problemen und wütenden Fans muss Schalke nun in die Sommerpause gehen.

Nationalstürmer Luca Waldschmidt (20./57. Minute), Jonathan Schmid (38.) und Lucas Höler (46.) erzielten die Treffer für die Freiburger, die sich mit einer ganz anderen Stimmungslage in den Urlaub verabschieden. Lucas Höler erzählte nach dem Spiel am Mikrofon beim TV-Sender "Sky", dass er in der Sommerpause in Bremen heiraten werde – ein Grund mehr für den Stürmer, sich auf seinen Urlaub zu freuen. Obwohl die Chance auf die Europa League dahin war, dürfen sich die Badener von Trainer Christian Streich über den achten Tabellenplatz als Lohn für eine erneut starke Saison freuen.

Tabellenplatz acht der Lohn einer starken Saison

Bei den Schalkern hat nicht die Krisen-Mannschaft, sondern insbesondere die Vereinsführung die Wut der Fans auf sich gezogen. Zeitgleich mit der zehnten Rückrundenniederlage und zu leicht fallenden Gegentoren demonstrierten rund 1000 Anhänger am heimischen Vereinsgelände gegen Clemens Tönnies und den Vereinsvorstand. Die Menschenkette unter dem Motto "Schalke ist kein Schlachthof - gegen die Zerlegung unseres Vereins" spielte auf die Negativ-Schlagzeilen mit den vielen Corona-Fällen beim Fleisch-Unternehmer Tönnies an.

Konsequenzen der Dauer-Krise mit dem letzten Saison-Sieg am 17. Januar sollen am Montag bekannt gegeben werden. Medienberichten zufolge trennt sich der Verein zum Saisonende von den Athletik- und Konditionstrainern Bob Schoos und Klaus Luisser.

Pikant bei diesem Saisonabschluss: Laut "Bild"-Zeitung soll Freiburgs Torhüter Alexander Schwolow, am Samstag nur Ersatz, Nachfolger für den zu Bayern München wechselnden Alexander Nübel werden. Nach Informationen der Badischen Zeitung besteht aber keine Einigung – Schwolow sei lediglich ein Kandidat für die Schalker.

Schalke startet mit Schwung

Im Breisgau bemühte sich Schalke zunächst, Wagners Hoffnung auf ein positives Resultat zum Saisonabschluss umzusetzen. Rabbi Matondo hatte die Chance auf eine frühe Führung (10.). Wenig später prüfte Can Bozdogan aus mehr als 20 Metern Freiburgs Ersatztorhüter Mark Flekken, der anschließende Kopfball von Weston McKennie flog links am Tor vorbei. Die Offensivschwäche in der Rückrunde war einmal mehr problematisch. In der zweiten Hälfte war Schalke nach dem schnellen dritten Gegentor-Schock chancenlos.

Effektiver machten es an einem schwülheißen Fußball-Nachmittag mit einer Trinkpause für die Spieler die Freiburger. Eine feine Kombination zwischen Christian Günter und Vincenzo Grifo vollendete Waldschmidt zum 1:0. Offensivspieler Luca Waldschmidt verriet nach der Partie am Mikrofon von "Sky": "Ich hab schon zu Günni (Christian Günter, d. Red.) gesagt, dass wir die Situation eigentlich öfter in der Saison haben und es war das erste Tor, bei dem es mal funktioniert hat." Sein Kollege wisse, dass er oft aus dem Rückraum kommen würde, – "jetzt wurde es aber auch mal Zeit, dass der auch mal funktioniert", sagte Waldschmidt mit einem Grinsen.

Bei den Freiburgern herrscht ausgelassene Stimmung

Eine durchaus amüsante Anekdote gab Waldschmidt nach dem Abpfiff ebenfalls bei "Sky" zum Besten. Bei seiner Auswechslung und der damit verbundenen Umarmung scherzte Waldschmidt ausgelassen mit Trainer Christian Streich. Dieser habe ihm am Morgen bei einem Spaziergang gesagt, dass er gegen Schalke starten würde. Hinsichtlich der Dauer seines Einsatzes hätte Streich gesagt – so Waldschmidt –, dass man schauen werde.

Waldschmidt fügte dann mit einem Lachen hinzu: "Er hat gesagt [...], wenn ich zwei Tore machen würde und er (Christian Streich, d. Red.) mich auswechseln würde, dann dürfte ich ihn beschimpfen. Dann habe ich ihn gefragt, ob ich ihn beschimpfen darf." Zu dieser angekündigten Beschimpfung sei es letztendlich nicht gekommen, schob Waldschmidt lachend hinterher.

Linksverteidiger Günter war es auch, der den zweiten Treffer vorbereitete. Einen Freistoß schob der 27-Jährige kurz an die Strafraumgrenze zu Schmid, der Ball rollte an Freiburgern und Schalkern vorbei ins linke untere Eck.

Freiburg lässt weitere Treffer liegen

Wagner nahm gleich drei Wechsel zur Halbzeit vor – die Treffer fielen aber weiter für die zielstrebigeren Gastgeber. Der künftige Bayern-Torwart Nübel hätte in seinem letzten Bundesliga-Spiel für Schalke auch noch mehr Treffer kassieren können.
Statistik zum Spiel:
SC Freiburg - FC Schalke 04 4:0 (2:0)
SC Freiburg: Flekken - Schmid, Lienhart (74. Frantz), Heintz, Günter - Sallai, Höfler (74. R. Koch), Keitel (66. Abrashi), Grifo - Höler (67. Petersen), L. Waldschmidt (66. Kwon)
FC Schalke 04: Nübel - Ti. Becker (46. Boujellab), Kabak (46. Thiaw), Oczipka, Miranda - D. Caligiuri, McKennie, Schöpf, Bozdogan - Matondo, Kutucu (46. Raman)

Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart). Tore: 1:0 L. Waldschmidt (20.), 2:0 Schmid (38.), 3:0 Höler (46.), 4:0 L. Waldschmidt (57.). Gelbe Karten: Lienhart (3) / -

Mehr zum Thema: