Wolfswinkel

SC-Stadion: Gemeinderat stimmt für weitere Untersuchung des Wolfswinkels

Joachim Röderer, Alexandra Sillgitt

Von Joachim Röderer & Alexandra Sillgitt

Di, 25. Februar 2014 um 13:52 Uhr

Freiburg

Der Streit zwischen Anwohnern, SC Freiburg, Stadträten und Bürgerinitiativen über den Stadion-Standort Wolfswinkel schwelt seit Monaten. Jetzt hat der Freiburger Gemeinderat deutlich für eine nähere Untersuchung gestimmt.

Es ist entschieden: Der Freiburger Gemeinderat hat mit 35 "Ja"- zu neun "Nein"-Stimmen bei einer Enthaltung für eine tiefergehende Untersuchung des Wolfswinkels gestimmt. Drei Räte haben gefehlt und CDU-Stadtrat Udo Harter war als Flugplatzchef befangen. In den kommenden Monaten gilt es nun, einige Knackpunkte zu klären. Eignet sich der Wolfswinkel tatsächlich als Standort für ein neues Stadion für den SC Freiburg? Oder machen Dohle und Magerrasen den Plänen von Stadtverwaltung und Sportclub doch noch einen Strich durch die Rechnung? Klar ist auch, dass es eine Bürgerabstimmung zu dem Thema geben wird – mit welcher Frage ist derzeit noch unklar.

"Für uns ist es wichtig, dass alles ganz genau untersucht wird, damit alles gerichtsfest ist – auch wenn das alles wieder länger dauert", so SC-Präsident Fritz Keller in einem ersten Statement nach der Entscheidung. Auch habe er nach wie vor die Hoffnung, dass es dem Sportclub gelingen wird, die Bewohner des Mooswalds für sich und das Stadion zu gewinnen. Keller: "Mit einem neuen Stadion werden in Freiburg mehr Anwohner entlastet als belastet."

Was den Knackpunkt Finanzierung angeht, so betonte Keller, dass es aktuell keinen Sinn mache, über Zahlen zu sprechen. Erst wenn die Entscheidung für einen Standort auf dem Tisch liege, sei dafür die Zeit gekommen. "Auch haben wir von Anfang an gesagt, dass es uns wichtig ist, dass die Flieger am Flugplatz bleiben können", so Keller. "Das Stadion wäre ein Glücksfall für den Flugplatz, weil er dadurch für die Zukunft gesichert wäre."

Die Debatte und die Entscheidung im Gemeinderat können Sie hier nachlesen:

18 Uhr: Eines noch: Es gibt noch den interfraktionellen Antrag pro Bürgerentscheid – unterschrieben haben alle Fraktionen des Gemeinderates. Das Ergebnis ist wenig überraschend: Einstimmig beschlossen.

17. 59 Uhr: Das Ergebnis: 35 stimmen mit "Ja", 9 mit "Nein", 1 enthält sich. Damit steht die Mehrheit für eine vertiefende Untersuchung des Wolfswinkels als Stadionstandort.

17. 59 Uhr: Für die "vertiefende Untersuchung" folgt nun eine sogenannte namentliche Abstimmung. Hauptamtsleiter Adrian Hurst liest den Namen jedes Stadtrates, jeder Stadträtin vor. Diese antworten mit "Ja" oder "Nein".

17. 58 Uhr: Erst geht es um den Antrag der FDP, den Lehener-Winkel erneut zu prüfen. Bei sechs Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen – abgelehnt.

17. 57 Uhr: Wir bitten zur Abstimmung!

17. 55 Uhr: Die Diskussion läuft weiter, jetzt: neues Stadion versus neuer Stadtteil. "Ich will einen neuen Stadtteil in den Dietenbachniederungen, ein Stadion da wäre grottenfalsch", so der Oberbürgermeister zum Lehener Winkel. Der Vorschlag der FDP, diesen Standort beim Mundenhof in gleicher Tiefe zu untersuchen wie den Wolfswinkel, hat keine Chance auf Mehrheit, wie sich aus den Wortmeldungen der Fraktionen heraushören lässt.

17. 50 Uhr: Jetzt schaltet sich Bürgermeister Haag in die Diskussion um eine Wiederaufnahme des Lehener Winkels ein: "Sie würden den neuen Stadtteil kastrieren. Das kann ich nicht verstehen, muss ich aber auch nicht."

17. 47 Uhr: Die Räte Schuchmann und Guzzoni (beide Unabhängige Listen) hätten gerne eine Alternative wie den Lehener Winkel mit in der Untersuchung. Horst Bergamelli, scheidender Stadtrat aus dem Mooswald, plädiert ebenfalls für ein Comeback des Lehener Winkels – und an dieser Stelle auch gleich für ein Comeback des Freibeckens im Westbad, eine Dauerforderung der Mooswaldbewohner.

"Rust!" Einwurf aus dem Gemeinderat 17. 45 Uhr: Alle kehren zur Sache zurück: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gebrüder Mack, die ich für herausragende Unternehmer halte, so eine Summe auf den Tisch des Hauses legen würden", meint OB Salomon mit Blick auf die Diskussion um eine Arena bei Rust unweit des Mack’sche Europa-Parks.

17. 42 Uhr: "Der SC Freiburg kann nur eine Zukunft in Freiburg haben und da müssen wir springen", sagt Freiburgs Oberbürgermeister. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gundelfingen oder Umkirch bieten können, was Freiburg zu bieten hat", so Salomon auch mit Blick auf die finanziellen Fragen. Jetzt fällt aus dem Gremium der Einwurf "Rust!". Es wird laut – schließlich sitzt der künftige Bürgermeister von Rust im Freiburger Stadtparlament: Bei dieser Gelegenheit gratuliert Dieter Salomon seinem künftigen Kollegen Kai-Achim Klare zur Wahl. Jetzt gibt’s Beifall von allen.

17. 38 Uhr: Übrigens: Die Stimmung unter den Zuhörern auf der Empore ist ruhig. Alle noch da und wach.
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