Jahresprogramm Museum Tinguely

Schmeckt Kunst süß, sauer, bitter, salzig oder gar umami?

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 05. Dezember 2019 um 11:00 Uhr

Kultur

Das Ausstellungsprogramm im Museum Tinguely in Basel für 2020 steht. Im Zentrum steht die Frage: Welche Rolle spielt unser Geschmacksinn im sozialen Miteinander und als künstlerisches Material?

Schmeckt Kunst süss, sauer, bitter, salzig oder gar umami? Welche Rolle spielt unser Geschmacksinn im sozialen Miteinander und als künstlerisches Material?

Das Museum Tinguely setzt die Reihe zu den menschlichen Sinnen in den Künsten fort und zeigt von 19. Februar bis 17. Mai 2020 in der Gruppenausstellung "Amuse-bouche" Arbeiten von internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die den Geschmacksinn als eine Möglichkeit unserer ästhetischen Wahrnehmung aufgreifen. Unter anderem sind Werke von Janine Antoni (Foto) , Marisa Benjamim, Otobong Nkanga, Emeka Ogboh, Shimabuku, Andy Warhol, Tom Wesselmann und Elizabeth Willing zu sehen.

Von 15. April bis 25. Oktober zeigt das Museum Tinguely "Pedro Reyes. Return to Sender". Pedro Reyes (*1972, Mexiko-Stadt) verwendet das Medium Skulptur in Projekten, die häufig eine soziale Dimension entfalten. Dabei spielen Partizipationsprozesse ebenso eine Rolle wie die Aufforderung zum kollektiven und individuellen Handeln. Schon in früheren Arbeiten hat er mit Waffen gearbeitet, um systemische Probleme der Waffenindustrie aus einer pazifistischen Perspektive anzusprechen. Die neu produzierte Arbeit für das Museum Tinguely funktioniert Waffenteile zu Musikspieldosen um, die Stücke aus deren Produktionsland spielen. Sie wird zusammen mit Disarm (2012 - heute) gezeigt. Beide Arbeiten eröffnen einen Dialog mit Jean Tinguelys Mengele-Totentanz von 1986.

Der japanische Künstler Taro Izumi (*1976, Nara) blickt mit Schalk auf die Welt. Er entwickelt multimediale und unklassifizierbare Werke, die die Betrachtenden mit auf eine Reise an die Grenzen der Realität nehmen. Für seine erste große Einzelausstellung in der Schweiz – vom 10. Juni bis 27. September im Museum Tinguely – gestaltet Izumi einen Parcours voller ungewöhnlicher Bilder, getragen von seinem frechen und absurden Geist. Dort begegnet man einer riesigen Katze, einer Waschmaschine auf einer Pyramide, verschmutzten Roboterstaubsaugern oder Menschen, die den Boden ablecken.

In der Impasse Ronsin bestand seit Ende des 19. Jahrhunderts und bis in die 1960er Jahre eine Ateliersiedlung, in der Künstler verschiedenster Herkunft und mit unterschiedlicher Schaffensweise arbeiteten. Eva Aeppli, Alfred Boucher, Constantin Brancusi, William Copley, André Del Debbio, Max Ernst, Jasper Johns, Claude und François-Xavier Lalanne, James Metcalf, Marta Minujín, Isamu Noguchi, Larry Rivers, Niki de Saint-Phalle oder Jean Tinguely belegten neben etwa 250 anderen Künstlern zu verschiedenen Zeiten Ateliers in diesem faszinierenden Kunstort im Pariser Quartier Montparnasse: von 21. Oktober bis 24. Januar 2012 im Museum Tinguely in Basel.