So ein Pech, der Heli kann nicht starten

Yvonne Siemann

Von Yvonne Siemann

Mo, 07. Oktober 2019

Efringen-Kirchen

Die Welmlinger Feuerwehrleute hatten alles prima vorbereitet, aber dann macht ihnen das Wetter einen Strich durch die Rechnung.

EFRINGEN-KIRCHEN-WELMLINGEN. Aufgrund tiefhängender Wolken und fehlender Sicht gab’s beim Waiefescht Welmlingen keine Helikopter-Rundflüge. Die Auskunft am Flughafen Basel-Mulhouse sowie von zwei Wetter-Koryphäen in Bern war eindeutig, und so beschlossen die Organisatoren um Feuerwehr-Abteilungskommandant Beni Wasmer schweren Herzens, die Flüge am Sonntagmorgen abzusagen und dem Piloten die lange Anfahrt aus dem Wallis zu ersparen.

Die Heli-Aktion gab es schon einmal beim 100-Jährigen der Feuerwehr. Nun sollte sie erstmals beim Waiefescht stattfinden. 31 Personen, darunter viele Welmlinger, hatten sich angemeldet, aber noch nicht bezahlt. Jedes Alter sei dabei gewesen, sagt Wasmer, denn einige Großeltern wollten ihren Enkeln die Region einmal von oben zeigen. Ein Fotograf hatte zudem vor, Landschaftsaufnahmen zu machen. Je nachdem hätte sich der Pilot bei der Route nach den Wünschen der Passagiere richten können, wobei in zehn Minuten Flugzeit etwa 25 bis 30 Kilometer in eine Richtung möglich gewesen wären. Noch unklar ist, was die erhalten, die bei der Tombola den Hauptgewinn zogen – vorgesehen waren drei Helikopterrundflüge, die am gleichen Tag hätten eingelöst werden müssen.

Schade sei es auch im Hinblick auf den Aufwand, den die Aktion mit sich brachte, meint Wasmer. Im Vorfeld wurde viel Werbung gemacht, das Regierungspräsidium musste eine Flugerlaubnis geben, die Feuerwehr sperrte den Sportplatz ab, baute einen Pavillon auf und bestellte beim Ordnungsamt Schilder, die an der B 3 auf querende Fußgänger hinwiesen. Ein Shuttle-Service mit einem Feuerwehrauto zum Sportplatz war organisiert und ein ausgetüftelter Flugplan mit je zwei Minuten Ein- und Aussteigezeit lag parat. Immerhin: Der Pilot habe versprochen, sich den nächsten Waiefescht-Termin in zwei Jahren freizuhalten.

Ansonsten ist Wasmer mit dem Fest zufrieden: "Die Hauptsache ist, dass es Spaß macht. Wir bewahren unseren Humor." Ein Waieofen hatte technische Probleme, sodass die Helfer am Samstagabend bis um ein Uhr nachts daran herumschraubten. Gleichzeitig sei jedoch erfreulicherweise viel los gewesen und für den Sonntag war Wasmer trotz unbeständigen Wetters zuversichtlich, dass viele Besucher kommen – "wenn sie einmal da sind und es dann erst anfängt zu regnen, dann gehen sie auch nicht mehr". Neue Attraktionen waren die Tombola, das Kinderschminken und die Hüpfburg.

Insgesamt sind mit den 17 Feuerwehrleuten rund 100 Personen im Einsatz. Die Helfer haben 175 Kilo Zwiebeln geschält, geschnitten und gedämpft und 125 Kilo Kartoffeln zu Suppe verarbeitet. In guten Jahren verkaufe man um die 800 Waien, weiß Wasmer und schätzt, dass es 2019 auch so viele werden könnten. Das bedeute für die Helfer zwar viel Arbeit, am Ende kämen ihnen aber die Einnahmen zu einem großen Teil auch wieder beim Helferessen zugute.