Bauanleitung für daheim

Wolfgang Mulke

Von Wolfgang Mulke

Mi, 01. April 2020

Panorama

Atemschutzmasken sind derzeit kaum zu bekommen, man kann sie aber selber machen.

BERLIN. Ein Tuch vor Mund und Nase kann die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen. Masken sind leicht zu Hause herzustellen. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

Sind einfache Atemschutzmasken
ein wirksamer Schutz

gegen das Coronavirus?
Es gibt unterschiedliche Masken und damit auch unterschiedliche Funktionen. Den einfachen Mund-Nasen-Schutz (MNS) kennt jeder schon vom Sehen. Dabei werden Mund und Nase durch einen eng anliegenden Stoff verborgen. Diese Masken schützen vor allem andere, wenn der Träger selbst infiziert ist. Deshalb empfehlen Fachleute, dass ein MNS zum Beispiel beim Einkauf getragen wird. So lässt sich die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen, weil er bis zu 90 Prozent der Viren aufhält, die beim Niesen oder Husten in die Maske geschleudert werden. Umgekehrt allerdings hält ein MNS die Übertragung des Virus von anderen nicht auf. Es gelten daher hier alle empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen wie Händewaschen und Abstand halten weiter.

Welche Masken
schützen auch vor einer
Übertragung von Corona?
Es gibt den professionellen Standard FFP2. Diese Masken sind zusätzlich mit einem speziellen Filter versehen. Sie halten das Virus auf. Praktisch sind sie derzeit nicht erhältlich oder nur zu horrenden Preisen. Vom Kauf durch Privatleute raten die Behörden und Virologen ab.

Denn diese Masken werden in Arztpraxen und Krankenhäusern dringend benötigt. Das Gesundheitswesen soll die verfügbaren Produkte zum Selbstschutz zuerst bekommen.

Sollte ich Masken im

Internet bestellen?
Der Onlinekauf kann schnell teuer und nutzlos werden. Das beobachten gerade die Verbraucherzentralen. Angebote wie der Zehnerpack Atemschutzmasken für 999 Euro oder der halbe Liter Handdesinfektionsmittel für 199 Euro haben die Verbraucherschützer alarmiert.

"Betrüger und windige Geschäftemacher nutzen die Verunsicherung durch die Corona-Krise gezielt aus", warnt der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV). Zwar hat Ebay Anzeigen dieser Art aus seinem Angebot verbannt, doch über Werbemails ködern die Anbieter weiter Kunden.

Wie kann ich Schutzmasken

selbst herstellen?
Im Prinzip benötigt der Heimbastler nur wenige Teile und Werkzeuge, um Masken für den Eigenbedarf oder die Nachbarschaft herzustellen. Eine schöne Anleitung aus China hat der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, via Twitter verbreitet. An Material wird folgendes benötigt: Zwei Bögen zweilagige Blätter Küchenkrepp, ein Papiertaschentuch, breites Klebeband, ein Stück Draht, eine Schere, einen Locher, vier Gummibänder.

Wie geht’s genau?
Nach dem sorgfältigen Händewaschen werden die beiden Blätter Küchenkrepp übereinandergelegt und das obere Blatt um 90 Grad gedreht. Darauf wird das Papiertaschentuch ausgebreitet, das auf der Innenseite der Maske liegen soll. Nun werden die Ränder mit der Schere so abgeschnitten, dass die drei Lagen gleich groß sind. Anschließend wird der Packen in der Mitte durchgeschnitten. Mit dem Klebeband werden nun die beiden Schmalseiten beidseitig abgeklebt. Am oberen Rand der Maske wird nun der Draht in der Mitte platziert und ebenfalls mit Klebeband fixiert. Nun kommt der Locher zum Einsatz: Durch Papier und Klebeband werden links und rechts je zwei Löcher gestanzt. Durch die Löcher werden die Gummibänder geschlungen und befestigt. Fertig ist die Maske. Einmal aufgesetzt lässt sich die Nase mit Hilfe des Drahtes abdichten.



Lassen sich Masken verlässlich

desinfizieren und

mehrfach verwenden?
Es ist noch zu wenig über Corona bekannt, als dass die Wissenschaft eindeutige Ratschläge veröffentlicht. Es gibt für Profis wiederverwendbare FFP2-Masken. Da derzeit aber sowohl diese als auch die einfachen MNS-Masken Mangelware sind, hat das Robert-Koch-Institut auf seiner Homepage Hinweise zum Umgang bei der Mehrfachverwendung veröffentlicht. Im Netz kursieren viele Falschmeldungen dazu. Derzeit ist weder sicher belegt, wie lange das Virus aktiv bleibt, zum Beispiel an einer in der Sonne zum Trocknen aufgehängten Maske, noch wissen die Forscher definitiv, bei welcher Temperatur sich Corona geschlagen gibt.