Jugend und Beruf

So klappt der Einstieg in die Pflege

Sabine Meuter

Von Sabine Meuter (dpa)

Di, 19. September 2023 um 09:49 Uhr

Verlagsthema

Verlagsthema Ob ambulant oder stationär: In der Pflege mangelt es an Personal. Welche Wege zum Beruf führen – und welche Verdienstmöglichkeiten winken.

Wer sich für eine Tätigkeit in der Pflege interessiert, hat folgende Möglichkeiten:
Hilfskräfte im Pflegebereich

Sie helfen Pflegebedürftigen beim Aufstehen, begleiten sie zur Toilette und helfen auf Stationen im Krankenhaus bei der Essensverteilung: die Hilfskräfte. Zudem räumen sie in Patientenzimmern auf und assistieren Pflegefachpersonal beim Besorgen von Wäsche. Hilfskräfte arbeiten in Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen, aber auch bei ambulanten Pflegediensten. Die formalen Voraussetzungen: "Ein Hauptschulabschluss ist nicht erforderlich, aber sicherlich hilfreich", sagt Christel Bienstein vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe.

"Die meisten Arbeitgeber erwarten aber den Besuch eines Lehrgangs", erklärt Anke Jürgensen vom Bundesinstitut für Berufsbildung. Ein solcher Lehrgang etwa beim Deutschen Rote Kreuz oder den Johannitern gliedert sich in einen theoretischen Teil sowie ein Pflegepraktikum und umfasst insgesamt 250 bis 500 Stunden. Der monatliche Bruttoverdienst von Hilfskräften liegt laut Bienstein bei bis zu 2100 Euro.

Pflegehelfer und -assistenten

Tätig sind sie in Krankenhäusern, Heimen oder bei ambulanten Diensten. "Als Pflegehelfer beziehungsweise Pflegeassistent ist qualifiziert, wer eine ein- bis zweijährige Ausbildung nach Landesrecht absolviert hat", so Jürgensen. Das Ausbildungsprofil ist je nach Bundesland unterschiedlich.

Qualifizierte Pflegehilfskräfte unterstützen bei der Körperpflege, helfen beim Anziehen von Stützstrümpfen oder begleiten im Krankenhaus Patienten zum Röntgen. Das Aufgabengebiet unterscheidet sich nicht groß von dem einfacher Hilfskräfte, so Bienstein. Aber die qualifizierten Pflegehilfskräfte verfügen über mehr pflegerisches Wissen, und sie haben eine in der Pflege anerkannte Berufsausbildung. Der Verdienst beträgt laut Bienstein bis zu 2400 Euro brutto.

Ausbildung Pflegefachperson

Die klassische Ausbildung dauert drei Jahre. Voraussetzung ist eine zehnjährige Schulausbildung. Alle Azubis im Pflegebereich absolvieren die ersten zwei Jahre der generalistischen Ausbildung gemeinsam. Im dritten Ausbildungsjahr haben sie dann die Wahl: Entweder setzen sie die generalistische Ausbildung fort und erlangen die Berufsbezeichnung "Pflegefachmann" oder "Pflegefachfrau". Oder sie legen ihren Schwerpunkt auf die Pflege von älteren Menschen oder die Versorgung von Kindern – in solchen Fällen erwerben sie einen Abschluss als "Altenpfleger" oder "Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen".

Pflegefachpersonen haben vielseitige Aufgaben. Sie betreuen Patienten in stationären oder ambulanten Versorgungsbereichen pflegefachlich eigenständig. Ihnen zur Seite stehen dabei häufig Hilfskräfte. Pflegefachpersonen versorgen Wunden, legen Verbände an und setzen medizintechnische Geräte wie Überwachungsmonitore oder Beatmungsgeräte ein. Sie geben Medikamente aus, erstellen Pflegedokumentationen, Patientenakten und Dienstpläne.

"Vorrangig ermitteln sie den Pflegebedarf eines Patienten", so Jürgensen. Sie planen und führen Maßnahmen durch und sichern die Pflegequalität. Zudem unterstützen sie die Ärzte bei der Diagnostik. Pflegefachpersonen verdienen zwischen 3400 Euro und 4100 Euro brutto monatlich, schon in der Ausbildung ist ein Verdienst von 1100 Euro brutto monatlich möglich.

Karrieremöglichkeiten

Übrigens: Auch eine akademische Ausbildung zur Pflegefachperson ist möglich. Wer nicht mehr zur Uni möchte, kann sich weiterbilden. So gibt es eine Fortbildung als Pflegeberater in speziellen Fachbereichen wie Psychiatrie. Auch die Übernahme der Stationsleitung oder ein eigener ambulanter Pflegedienst sind Optionen.


Aktuelle Ausbildungsplätze gibt es auf dem Jobmarkt der Badischen Zeitung.