Staufener Missbrauchsfall

Spanier gibt vor Gericht vielfachen schweren sexuellen Missbrauch zu

Carolin Buchheim

Von Carolin Buchheim

Do, 26. Juli 2018 um 15:56 Uhr

Südwest

Einem 33-Jährigen aus der Nähe von Barcelona wird am Landgericht Freiburg seit diesem Donnerstag der Prozess gemacht. Er soll den Jungen aus Staufen 15 Mal schwer sexuell missbraucht und vergewaltigt haben.

Der Verhandlung ist für heute beendet. Die Befragung des Angeklagten soll am morgigen Freitag, 27. Juli 2018, um 8.30 Uhr fortgesetzt werden.
Aussage des Angeklagten
13.40 Uhr Nach der Mittagspause wird die Befragung von Javier G. D. fortgesetzt. Richter Stefan Bürgelin erkundigt sich bei dem Angeklagten im Detail zu einzelnen Taten und den von ihm gezahlten Geldbeträgen. Eine Zahlung von 5000 Euro, so G. D., habe etwa nichts unmittelbar mit dem vorhergehenden Missbrauch zu tun, sondern sei geleistet worden, weil Christian L. Geldprobleme gehabt habe.

Immer wieder geht es um Einzelheiten der Tatausführung, die die Badische Zeitung zum Schutz des betroffenen Kindes nicht berichtet. Javier G. D. erzählt, wie er nach der siebenmonatigen Pause wieder in den Breisgau gekommen sei. Er sagt, er sei der Ansicht gewesen, es sei gut für das Kind gewesen, wenn er zum Missbrauch anreise – anstelle anderer Männer. Deshalb habe er so hohe Geldbeträge gezahlt. "Ich behandele ihn besser", behauptet der Angeklagte. "Ich habe versucht, auf den Jungen einzuwirken, dass es ihm gut geht. Ich habe gedacht, es ist besser für den Jungen, wenn ich mehr Geld gebe. Ich hatte das Gefühl, ich konnte die Situation für ihn mit dem Geld kontrollieren." Er fügt hinzu: "Es war ein Fehler von mir und, ich muss das anerkennen. Ich bedauere das auch sehr."

Staatsanwältin Novak lässt das dem Angeklagten nicht durchgehen. Dieses Selbstbild passe wohl nicht mit dem schweren und schwersten Missbrauch des Kindes zusammen, erklärt sie noch einmal ausdrücklich. Die verquere Logik der Kinderpornographie-Konsumenten wird deutlich, nachdem der Angeklagte erneut behauptet, er habe keine kinderpornographischen Videos oder Bilder verkauft. Seine Begründung: Durch den Verkauf verliere man die Kontrolle über dieses Material. Diese Kontrolle sei eine Illusion; es gebe sie auch bei einem Tausch nicht, hält Staatsanwältin Novak ihm da vor. Aber G. D. ist nicht willens, dies anzuerkennen.

Nachdem alle Taten besprochen sind, stellt Staatsanwältin Novak dem Angeklagten noch einige grundsätzliche Fragen. Sie will wissen, welche Sicherheitsmaßnahmen er im Darknet und in den Chats mit Christian L. benutzt hat, und wie er eine Partition seiner Computer-Festplatte verschlüsselt hat. G. D. versucht, die Verschlüsselung herunterzuspielen, weist etwa darauf hin, sein Computer-Passwort habe nur aus fünf Zeichen bestanden, und Verschlüsselung sei auch bei vielen Firmen üblich.

Vor dem Schluss ...

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