Landwirtschaft

Spargel-Streit: Hat die Folie ein Gschmäckle?

Maikka Kost

Von Maikka Kost

Fr, 14. Mai 2010 um 09:31 Uhr

Südwest

Spargelliebhaber streiten, ob der Anbau unter Schutzplanen die Qualität des Gemüses beeinträchtigt. Die Antwort der Wissenschaft fällt indes eindeutig aus: Nein, heißt es, die Folien schaden dem Geschmackserlebnis nicht.

So viele Fragen musste Bruno Bohrer schon lange nicht mehr beantworten. Nicht dass sich Südbadens drittgrößter Spargelproduzent – 80 Hektar unter Folie – davor scheuen würde. Im Gegenteil: Er will sogar, dass seine Kunden alles über Spargel erfahren. Seit Jahren öffnet Bohrer deshalb seinen Hof bei Hartheim für Rundgänge. An manchen Tagen kommen bis zu fünf Busladungen. Die Besucher gehen vom Feld zur Berieselungsanlage, wo die frisch gestochenen Stangen mit Eiswasser abgebraust werden, und hinüber ans Fließband zur Sortierung. An der Packstation legt Bohrer dann gerne die Hand auf einen Spargelberg und reibt die Stangen aneinander. "Hören Sie", fragt er, "wie die quietschen? So frisch schmecken sie am allerbesten."

Glaubenskrieg zwischen Feinschmeckern, Erzeugern, Köchen und Händlern
Doch zur Zeit kann Bohrer selbst mit dieser Demonstration nicht alle Besucher überzeugen. Viele beschäftigt vor allem dies: "Stimmt es, dass die Folie den Geschmack beeinflusst?" Seit sich im April – auch in der BZ – erste Stimmen gegen Folienspargel regten, liefern sich Feinschmecker und Erzeuger, Köche und Händler der Region einen Glaubenskrieg. Die einen bezweifeln, dass der Spargel, der unter Folie wächst, so schmeckt, wie Spargel schmecken sollte. Die anderen wollen keinen Unterschied bemerken.

"Grauenvoll. Keinen Folienspargel essen!"

Wolfram Siebeck, Gastropapst Zu denen, die am schärfsten gegen ...

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