Urteil am Freitag

Staatsanwaltschaft fordert im Mordprozess von Rot am See lebenslange Haft

dpa

Von dpa

Do, 09. Juli 2020 um 17:26 Uhr

Lahr

Eine lebenslange Haftstrafe wegen sechsfachen Mordes hat die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen den 26-Jährigen Adrian S. gefordert. Am Freitag soll das Urteil verkündet werden.

Die Anklagebehörde beantragte zudem am Donnerstag vor dem Landgericht Ellwangen die Unterbringung in einer Psychiatrie sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung so gut wie ausgeschlossen.

Der Angeklagte hatte Misshandlungen seiner Mutter als Motiv angegeben. Der Staatsanwalt bezeichnete die Behauptungen als nebulös. "Er hat Menschen umgebracht, die ihm nichts getan haben." Ein Gutachter hatte Wahnvorstellungen und eine krankhafte seelische Störung bei dem 26-Jährigen diagnostiziert. Eine zum Teil eingeschränkte Steuerungsfähigkeit sah die Staatsanwaltschaft bei den Schüssen auf die Mutter, den Vater und die Halbschwester. Auch das umfassende Geständnis wirkte sich zu seinen zu Gunsten aus.

Aufgespielt wie der Herr über Leben und Tod

Dagegen stand für die Anklage Gefühlskälte und Mangel an Empathie. Er habe sich aufgespielt wie der Herr über Leben und Tod. Der Angeklagte habe sich der Polizei gestellt und dabei angegeben, er habe "die blutrünstigen Monster erschossen", zitierte der Staatsanwalt.

Die Plädoyers der Nebenklage sowie der Verteidigung werden für heute, Freitag, 9 Uhr, erwartet. Das Urteil soll nicht vor 14.30 Uhr fallen.

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