Vor der Volksabstimmung

Bahnhof als Politikum: Stuttgart 21 – die Geschichte eines Streits

Franz Schmider

Von Franz Schmider

Mi, 09. November 2011 um 09:49 Uhr

Südwest

Der Konflikt ist so alt wie das Projekt: Soll der alte Kopfbahnhof in der Landeshauptstadt durch einen unterirdischen Durchgangsbahnhof ersetzt werden? Ein Rückblick auf die Geschichte des Streits um Stuttgart 21.

Bahnhof soll unter der Erde verschwinden" lautet die Überschrift über einen Beitrag in der Badischen Zeitung am 19. April 1994, der über das "städtebauliche Pilotprojekt und die bessere Anbindung an den Flughafen" berichtet. Am Tag zuvor hatten in Stuttgart fünf Schwaben das Projekt "Stuttgart 21" aus der Taufe gehoben: Ministerpräsident Erwin Teufel, die Verkehrsminister Matthias Wissmann (Bund) und Hermann Schaufler (Land) sowie der Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel (alle CDU) hatten gemeinsam mit Bahnchef Heinz Dürr vereinbart, den Kopfbahnhof der Landeshauptstadt eine Etage tiefer zu legen und dadurch 80 Hektar Land nutzbar zu machen.

Der "Quantensprung"für den Bahnhof
Mit diesem Tag vor nunmehr 17 Jahren stößt das Projekt Stuttgart 21 in eine neue Dimension vor. Bis dahin sprach die Bahn ausschließlich davon, eine neue Trasse für Hochgeschwindigkeitszüge nach Ulm zu bauen und so die Fahrt zu beschleunigen. 1988 hatte sich in einer langen Variantendiskussion der Vorschlag des Stuttgarter Verkehrswissenschaftlers Gerhard Heimerl durchgesetzt, die Strecke entlang der Autobahn zu bauen. Heimerl hatte anfangs einen Durchgangs- neben dem bestehenden Kopfbahnhof vorgesehen, brachte dann aber den Vorschlag eines viergleisigen Tiefbahnhofes für den Fernverkehr in die Debatte – eine Idee, die im Juli 2011 am Ende der zweiten Schlichtung erneut auf den Tisch kommen sollte. Am Ende wurde daraus der achtgleisige Tiefbahnhof. Lange wollte die Bahn wegen der erwarteten Kosten von der Tieferlegung nichts ...

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