Streit um Giftmülldeponie im Elsass

Wyloen Munhoz-Boillot

Von Wyloen Munhoz-Boillot

Sa, 22. Juli 2017 um 10:16 Uhr

Südwest

Knapp 70 Kilometer entfernt von Freiburg befindet sich die Giftmülldeponie Stocamine. Die Deponie ist eine Gefahr für das Grundwasser - und soll trotzdem versiegelt werden.

Das ehemalige Kaliwerk Stocamine liegt bei Wittelsheim im Elsass – knapp 70 Kilometer von Freiburg entfernt. Ende der 1990er Jahre wurde das Bergwerk in eine unterirdische Giftmülldeponie umgewandelt. Stocamine ist heute die einzige Deponie Frankreichs für hochgiftige und nicht recyclebare Abfälle, sogenannte Abfälle der Klasse 0. Die Deponie liegt unter dem größten Grundwasserdepot Europas, das um die zwei Millionen Menschen und zahlreiche Landwirtschaftsunternehmen mit Trinkwasser versorgt. Trotz einer erwiesenen Gefährdung dieses Grundwassers soll das Gelände bis spätestens 2019 versiegelt werden – und die giftigen Substanzen unbefristet unter Tage bleiben.

Schon Ende der 1980er-Jahre entstanden die ersten Überlegungen zur industriellen Umwandlung des elsässischen Bergbaureviers. Denn die Stilllegung der elsässischen Kaliwerke war für 2004 vorgesehen. So entstand das Projekt Stocamine: die Umwandlung von Joseph-Else, einem der zahlreichen Kaliwerke nördlich von Mülhausen, in eine Giftmülldeponie. Das Projekt galt als attraktiv, denn es garantierte die Umschulung der Bergleute – damals noch 2000 Menschen in der Region – sowie die Umgestaltung der bestehenden Infrastrukturen.

Warum das Projekt in Joseph-Else entstand und nicht woanders, erklärt Jean-Pierre Hecht, Bergarbeiter in Frührente: "Für die Deponie mussten neue Hohlräume im Steinsalz gegraben werden. Dafür eignete sich der Standort von Joseph-Else aufgrund seiner 300-Meter dicken Schicht von Steinsalz besonders gut." Die Abfälle sollten in 550 Metern Tiefe vergraben werden ...

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