Hilfsaktion

Team des Freiburger S’Einlädele bringt Rettungswagen in die Ostukraine

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Di, 04. April 2023 um 09:00 Uhr

Freiburg

Acht Mitarbeitende des S’Einlädele fahren nach Ostern in die Ukraine. Sie liefern Hilfsgüter in verschiedene Städte – und einen Rettungswagen, der in der Ostukraine eingesetzt werden soll.

Die Helferinnen und Helfer aus Freiburg werden bei ihrer Tour verschiedene Städte anfahren, wie Geschäftsführer Volker Höhlein berichtet, der selbst mit dabei sein wird. Der Rettungswagen wird finanziert durch die Fastenaktion 2023 von S’Einlädele. Bei der Aktion hat die Wilhelm-Oberle-Stiftung die Verdoppelung jedes gespendeten Euro zugesagt, bis zur gesamten Summe. "Derzeit haben wir rund 60 Prozent der gesamten Summe von 32.300 Euro zusammen", so Geschäftsführer Höhlein.

Der Krankenwagen werde die medizinische Versorgung verbessern, sagt die Ärztin Lyuba aus der Ostukraine: "Dieses Auto wird vielen Patienten während der Ausgangssperren helfen." Menschen könnten ohne lange Kontrollen an den Kontrollpunkten und ohne Staus aus den umkämpften Zonen gebracht werden. Die Helfer könnten schwerkranke Menschen transportieren, ohne dass in einigen Städten Transportscheine erforderlich seien. "Wir machen das alles sowieso, aber mit einem Krankenwagen wäre diese Arbeit einfacher, und wir könnten mehr tun", so die Ärztin. Der Rettungswagen ist für Pershotravnene in der Nähe von Charkiw bestimmt.

Hilfsgüter gehen an ein Mehrgenerationenhaus

Zudem sammelt S’Einlädele weiter Spenden, denn ein Mercedes-Sprinter soll vollbeladen mit Hilfsgütern mit auf die Tour gehen. Die Hilfsgüter sind für die Stadt Vatutino südlich von Kiew bestimmt. Dort betreibt S’Einlädele ein Mehrgenerationenhaus mit fast 40 Senioren, erwachsen gewordenen ehemaligen Heimkindern sowie ein Mutter-und-Kind-Zentrum plus Unterstützung für Pflegefamilien.

Derzeit wird Geld für ein weiteres Fahrzeug gesammelt, das dann künftig im Gebiet von Shitomir eingesetzt werden soll. Hier unterhält S’Einlädele ein Kinderprojekt. Das Fahrzeug soll helfen, dass die drei Mitarbeitenden vor Ort die Kinder besser erreichen können. Ein Besuch ist auf der Reise auch in Petrivske nahe Kiew geplant. Dort steht das Kinderheim Vaterhaus, das in den ersten Kriegstagen evakuiert wurde. Die Kinder wurden nach Freiburg gebracht. Mittlerweile sind im Haus Flüchtlingskinder aus der Ostukraine untergebracht. "Die Reise dient dazu, die Menschen vor Ort zu ermutigen, dass wir auf jeden Fall auch in diesem Jahr an ihrer Seite bleiben werden", sagt Geschäftsführer Volker Höhlein. Man wolle auch die Verteilung überprüfen, den weiteren Bedarf erfassen und die Menschen mit notwendigem Material ausstatten.

Sachspenden können abgegeben werden

Für die Hilfstour sucht das S’Einlädele noch Verbandsmaterial, Medikamente (vor allem Schmerzmittel und Antibiotika), medizinisches Material aller Art, Powerbanks, Kerzen, Generatoren sowie Carepakete und Lebensmittel. Die Spenden können in der Sammelstelle in Merzhausen, Zum Engelberg 4a, abgegeben werden. Die Sammelstelle ist diese und kommende Woche jeweils dienstags, mittwochs und donnerstags von 15 bis 19 Uhr geöffnet.

Weitere Infos unter www.seinlaedele.de