Corona in der Schweiz

Teil-Lockdown: In Basel schließen alle Restaurants und Cafés

Robert Bergmann

Von Robert Bergmann

Fr, 20. November 2020 um 17:16 Uhr

Basel

Der Kanton Basel-Stadt fährt das öffentliche Leben angesichts rapide steigender Infektionszahlen deutlich herunter. Von Montag an werden Restaurants, Bars und Cafés für drei Wochen geschlossen.

Der Kanton Basel-Stadt fährt das öffentliche Leben angesichts rapide steigender Corona-Infektionszahlen deutlich herunter. Von Montag an werden Restaurants, Bars und Cafés für drei Wochen geschlossen. Zudem gilt für Veranstaltungen jeglicher Art bis zum 13. Dezember eine Obergrenze von 15 Personen. Diese Maßnahmen kündigte das Gesundheitsdepartement am Freitag in einer kurzfristig anberaumten Online-Pressekonferenz an. Die Geschäfte bleiben geöffnet.

Während in den übrigen Schweizer Kantonen die Corona-Infektionszahlen zuletzt nach unten gingen, zeigte sich in Basel-Stadt im Lauf des Monats ein umgekehrter Trend. So meldete der Stadtkanton am Freitag 110 und am Donnerstag 105 Neuinfektionen und vier Todesfälle .

Die 7-Tage-Inzidenz hat die 400er-Marke deutlich überschritten. "So kann es nicht weitergehen", erklärte Regierungsrat Lukas Engelberger als Leiter des Gesundheitsdepartements. "Diese Zahlen ändern sich nicht von alleine". Bekannt sei den Behörden aktuell, dass über 60 Prozent der Ansteckungen zur Zeit in der Familie und im Freizeitbereich erfolgten. Allerdings sei es in rund zwei Drittel der Fälle aktuell nicht mehr möglich, die Ansteckungsquelle nachzuverfolgen. Ein Grund für die steigenden Zahlen in Basel könnten "Ausweichbewegungen" aus anderen Kantonen und dem Ausland sein, vermutet Engelberger.

Überlastung des Gesundheitswesens verhindern

Nicht zuletzt mit Blick auf die rapide steigende Auslastung der Betten in den Spitälern der Stadt durch Covid-19-Patienten sehe sich der Stadtkanton deshalb zu harten Einschränkungen des öffentlichen Lebens gezwungen. "Wir müssen eine Überlastung des Gesundheitswesens verhindern," so Engelberger. Mit derzeit 29 Covid-19-Patienten liegen laut Engelberger schon jetzt deutlich mehr Menschen auf den Intensivstationen als bei der ersten Welle im Frühjahr. Unter den Schwersterkrankten finden sich auch drei Kinder. Die Bundesarmee und zusätzlich herangezogene Pflegekräfte würden aushelfen. Engelberger: "Die Situation ist sehr, sehr schwer".

Geschlossen werden neben weiten Teilen der Gastronomie auch Fitnesscenter, Tanzstudios, Kunsteisbahnen, Hallenbäder, Casinos und Freizeiteinrichtungen. Die Museen sollen geöffnet bleiben, ebenso Friseure und Geschäfte sowie Betriebs- und Schulkantinen. Auch Restaurants für Hotelgäste dürfen weiter geöffnet haben. Ausnahmen gelten außerdem für Lieferdienste, im Schulsport und für professionelles Sporttraining. Schulschließungen seien ebenfalls kein Thema betonte Engelberger auf Nachfrage.

Aufgrund der Regelungen stellt auch das Theater Basel seinen Spielbetrieb ab Montag bis zum 13. Dezember ein. Die Vorstellungen am 20. und 21. November finden noch wie geplant statt, teilte das Theater auf seiner Website mit.

Hilfsprogramm für Hotels und Gaststätten

Regierungsrat Christoph Brutschin sieht als Chef des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt "kein Gegeneinander" zwischen den Aktivitäten zum Erhalt der Gesundheit und der Wirtschaft. "Die Wirtschaft braucht eine stabile Gesundheitslage, das Gesundheitssystem eine starke Wirtschaft.

Zum Abfedern der Härten hätten der Stadtkanton und der Bund ein Finanzpaket von über 22 Millionen Franken geschnürt. Zudem habe die Kantonsregierung ein weiteres Hilfsprogramm speziell für Hotels, Gaststätten und Tourismus aufgelegt. Laut der Agentur sda stehen da weitere 15 Millionen Franken zur Verfügung.
Aktuelle Corona-Zahlen

Der Kanton Basel-Stadt meldete am Freitag 110 neue Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Damit stieg die Zahl gemeldeter Infektionen auf 4505. Um 40 auf 1018 gesunken ist die Zahl der Personen in Isolation; andererseits sind die Quarantänefälle um 187 auf 732 stark gestiegen. Am Freitag befanden sich 148 Covid-19-Patienten in Basler Kliniken. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus blieb mit 63 stabil. Seit Dienstag verzeichnet der Stadtkanton aber fünf weitere Todesfälle, drei Frauen und zwei Männer im Alter von 70 bis 95 Jahren mit Vorerkrankungen.

Baselland meldete am Freitag 136 neue Infektionen und kommt auf insgesamt 5307 nachgewiesen Infektionen und 1490 aktive Fälle. Zudem sind im Baselbiet seit Donnerstag drei weitere Menschen gestorben. Insgesamt gibt es dort damit 60 Corona-Tote. Aktuell werden 70 Menschen im Krankenhaus behandelt, darunter sieben auf der Intensivstation.

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