Können es andere günstiger?

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Fr, 31. Januar 2020

Teningen

Der Gemeinderat Teningen diskutiert die Kosten für den Kindergartenneubau in Nimburg.

TENINGEN. "Wieso können es die anderen günstiger?" Immer wieder war diese Frage im Gemeinderat bei Kindergartenneubauten aufgekommen. Zuletzt beim Neubau in Nimburg, der auf rund sechs Millionen Euro, nach Streichungen im Raumprogramm immer noch auf 5,6 Millionen Euro, veranschlagt wird. Als Beispiel, wie es kostengünstiger gehen kann, wurde auf ein Projekt in Gottenheim verwiesen. Den hatte dann jüngst eine Teninger Delegation besucht.

Zwei Millionen Euro, rund ein Drittel günstiger, das klingt verlockend. Zumal der Neubau in Gottenheim 1065 Quadratmeter Nutzfläche hat und nicht so wesentlich kleiner ist als der mit 1329 Quadratmeter Nutzfläche geplante Neubau in Nimburg. Bauamtsleiter Daniel Kaltenbach warnt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. "Die fünf Gruppen in Gottenheim sind reine Kindergartengruppen, in Nimburg sollen es drei Ü 3 und zwei U 3 Gruppen werden", erklärt er, dass es mehr Platz für Wickeltische, zwei Personalräume und einen extra Speiseraum brauche. Zudem sei in Nimburg eine komplette Mensa in Verknüpfung mit der Schule geplant, die rund 90 Plätze biete, während in Gottenheim dafür 40 Plätze vorgesehen seien. Auch seien die Küchenkonzepte mit Warmanlieferung in Gottenheim und "Cook and Chill" (Kochen und kühlen) in Nimburg andere und entsprechend der Platzbedarf. Auch die Inklusion sei mit einem größeren Raumprogramm verbunden. Projektmanager Beck rechnet vor, dass der Preis je Quadratmeter Nutzfläche eng beieinander liege: In Gottenheim 3374 Euro je Quadratmeter, in Nimburg 3437 Euro.

In seiner Haushaltsrede hatte Bernhard Wieske (BVT) noch erklärt: "Bei der Besichtigung des Kindergartens Gottenheim hat sich der ein oder andere Gemeinderat davon überzeugt, dass es auch halbwegs vergleichbare Kindergärten gibt, die erheblich weniger gekostet haben und trotzdem funktionell sind und die Erfordernisse der Kinderbetreuung vollumfänglich erfüllen. Es stellt sich uns die Frage: Wieso bauen andere Gemeinden ’billigere’ Kindergärten – die gesetzlichen Vorgaben sind doch für alle gleich?" Doch nun beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Planung auf Basis des Beschlusses vom 5. November 2019 fortzusetzen und Baumfällarbeiten bis Ende Februar zu erledigen. Nicht in Abrede stellte Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker, dass es sinnvoll sei, im Vorfeld von Entscheidungen vergleichbare Projekte zu besichtigen. "Besichtigen bringt immer was", so Erwin Mick (FWV). Es sei sinnvoll, sich bei anderen Ideen zu holen, ergänzte Michael Kefer (ÖDP). Zu den von Kefer angeführten Materialräumen, die in Gottenheim nicht getrennt seien, erklärte Hagenacker, dass die Nimburger Planung Ausfluss der Diskussion mit Träger und späteren Nutzern sei.