"Theater-Abo gehört zur kulturellen Daseinsvorsorge"

Volker Münch

Von Volker Münch

Sa, 06. Juli 2019

Müllheim

David Dinse vom Müllheimer Kulturdezernat stellte dem Gemeinderat das Veranstaltungskonzept der Stadt vor.

MÜLLHEIM. Das kulturelle Veranstaltungsprogramm in Müllheim ist vielfältig: Das berichtete der zuständige Fachbereichsleiter im Kulturdezernat, David Dinse, dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Deutlich wurde auch, dass viele Veranstaltungen und Projekte auf Zuschüsse aus dem städtischen Haushalt angewiesen sind.

Konzerte, Theatervorstellungen, Sonderveranstaltungen, Open Airs gehören zur Vielfalt des städtischen Veranstaltungskalenders. Im Zentrum stehen dabei die Abonnement-Reihen für klassische Konzerte und Theateraufführungen. "Wir haben im vergangenen Jahr vier Konzerte in der Abo-Reihe angeboten", berichtete David Dinse. Das Budget sei auf einen Betrag von 20 000 Euro begrenzt gewesen. Auch die Eintrittspreise seien angepasst worden, so der Kulturmanager weiter.

Großer Beliebtheit erfreuten sich die Neujahrskonzerte, die seit 2014 von der Jungen Philharmonie Köln gestaltet werden. Das Projekt habe 2018 Kosten in Höhe von 15 000 Euro verursacht, insgesamt hätten über 600 Zuhörer dieses Konzert zum Jahresanfang besucht. Zum 20. Mal fand der Markgräfler Musikherbst, ein interkommunales Musikprojekt, statt. Das Budget für Müllheim lag laut Dinse bei maximal 9000 Euro. 2018 hätten 123 Musikfreunde das Konzert in der Martinskirche besucht und Einnahmen von 9500 Euro generiert, hieß es weiter.

Durchschnittlich 9000 Euro pro Stück kostete die Stadt die Theater-Aboreihe. Sie spielten der Stadt im Durchschnitt 4000 Euro an Einnahmen ein. 2018 gab es 180 Abonnenten und durchschnittlich 245 Besucher. "Wir verzeichnen einen Rückgang bei den Besuchern", stellte Dinse fest und machte das an dem hohen Altersdurchschnitt der Abonnenten fest. Deshalb gebe es bereits Überlegungen im Kulturdezernat, ob beziehungsweise wie dieses Angebot in die Zukunft geführt werden könne.

Neben den klassischen Angeboten gibt es im Müllheimer Veranstaltungskalender verschiedene Sonderveranstaltungen, die nicht nur einen hohen Zeitaufwand, sondern auch entsprechende Kosten verursachen. Dinse nannte als Beispiel das Müllheimer Stadtfest mit dem Oldtimertreffen. Im städtischen Haushalt sei dafür ein Budget in Höhe von rund 30 000 Euro veranschlagt. "Leider stagniert die Anzahl der Vereine, die mitwirken", bedauerte David Dinse. Als hauptsächlichen Grund nannte er Personalprobleme bei immer mehr Vereinen. Von Jahr zu Jahr teurer sei das Oldtimertreffen geworden, nachdem sich einige Sponsoren zurückgezogen hätten. Zu dem Veranstaltungsreigen zählen auch die Museumsnacht unter dem Titel "Jazz, Wein, Kultur" und der Müllheimer Donnerstag.

Das Theater-Abo gehöre zur kulturellen Daseinsvorsorge gerade für ältere Menschen, merkte Stadtrat Ulrich Menny an. Und Harald Märkt ergänzte: "Die Senioren werden in der Zukunft nicht weniger." Märkt beklagte die starke Frequentierung der Martinskirche, die den Vereinen nur wenige Zeitfenster für eigene Konzerte ermögliche. Das bestätigte David Dinse, wies aber darauf hin, dass die Martinskirche wegen ihrer außergewöhnlich guten Akustik bei professionellen Konzertveranstaltern für Veranstaltungen oder Tonaufnahmen sehr beliebt sei – und damit auch wichtige Einnahmen für das Kulturbudget generiere.