Blick ins Elsass

Ton- und Lichtspektakel am Straßburger Münster

teli

Von teli

Sa, 01. August 2020 um 16:00 Uhr

Offenburg

Bis in den September hinein gibt es am Straßburger Münster jeden Abend drei Mal ein Ton- und Lichtspektakel zu bewundern. Die Münsterfront wird bunt. Ein Blick ins Elsass.

Es ist nur ein Katzensprung von der Ortenau ins Elsass und in die quirlige Europastadt Straßburg. Was sich jenseits des Rheins tut, beleuchtet unser "Blick ins Elsass".

2000 Zuschauer möglich

Das gab es seit Jahren nicht mehr: In diesem Sommer wird nicht die Südseite, sondern die Münsterfront mit ihrem Turm und der Rosette allabendlich in farbiges Licht getaucht. Das zwölfminütige Spektakel, das von 110 Projektoren erzeugt wird und das sich 2000 Zuschauer mit Mund-Nasen-Schutz anschauen können, ist in fünf Bilder gegliedert: Das erste baut Spannung auf, bei den vier weiteren sollen die Betrachter zu Ruhe kommen. Musik, die von der fünften Symphonie von Ludwig van Beethoven inspiriert und an das Farbspiel angepasst ist, erklingt aus 20 Lautsprechern und trägt dazu bei, das Schauspiel als Pause im Alltag zu erleben. Während früher die Beleuchtung der Hauptfassade vor allem die einzelnen Elemente in Szene gesetzt und Figurengruppen herausgehoben hat, tanzen heute farbige Elemente über das historische Mauerwerk, um sich, einem Kaleidoskop gleich, immer wieder neu zusammenzusetzen. Das Ton- und Licht-Spektakel an der Münsterfassade ist jeden Abend dreimal zu erleben: um 22.15 Uhr, um 22.45 Uhr und um 23.30 Uhr. Diese Zeiten gelten bis Ende August; vom 1. bis zum 30. September beginnt die erste Vorführung bereits um 21.30 Uhr, es folgen zwei weitere um 22.15 sowie um 22.45. Der Zugang erfolgt über den Place du Château, also die Südseite des Münsters, oder über die Rue de Dôme am Nordflügel der Kathedrale. An den Zugängen findet eine Taschenkontrolle statt – wer keine Alltagesmaske dabeihat, wird nicht eingelassen.

OB verzichtet auf Gehalt

Die neue Straßburger Oberbürgermeisterin Jeanne Barseghian verzichtet auf einen Teil ihres Gehalts, ebenso wie ihr erster Beigeordneter. Das auf diese Weise eingesparte Geld sollen Stadträtinnen und Stadträte erhalten, die besondere Aufgaben übernehmen. Oberbürgermeister und aus der Mitte des Gemeinderats gewählte Beigeordnete werden in Frankreich deutlich schlechter besoldet als auf der deutschen Rheinseite. 4800 Euro brutto bekommt Barseghian monatlich überwiesen (plus 2600 Euro für ihr Amt als Vizepräsidentin der Eurométropole) – 1200 Euro weniger als eigentlich vorgesehen. Die Beigeordneten werden mit 2382 Euro monatlich entlohnt; nur der Erste Beigeordnete würde 1800 Euro zusätzlich erhalten. Syamak Agha Babaei indes verzichtet auf diesen Bonus. Die neue Stadtspitze begründet diese Entscheidung damit, mit den Verantwortlichkeiten auch die Entschädigung dafür teilen zu wollen. Zwischen 200 und 800 Euro können künftig an Ratsmitglieder bezahlt werden, die zusätzliche Aufgaben erfüllen. Für die konservative Opposition kritisierte Jean-Philippe Vetter, dass durch diese Regelung kein öffentliches Geld gespart werde. Die neue Regierungsmehrheit gibt auch von ihrem Fraktionsbudget Geld ab, anstatt dieses streng nach Sitzen aufzuteilen: Während die Mehrheitsfraktion mit 47 Ratsmitgliedern 155 000 Euro erhält, bekommen die drei oppositionellen Gruppen, die mit fünf, sechs und sieben Sitzen im Gremium vertreten sind, jeweils 47 000 Euro und damit etwa doppelt so viel als ihnen nach Sitzen zustehen würde. Damit können sie ein Sekretariat unterhalten und Reise- sowie Fortbildungskosten bestreiten.

Autobahn gesperrt

Die Autobahn 35 ist am Wochenende zwischen den Abfahrten Geispolsheim und La Vigie in Fahrtrichtung Colmar-Straßburg voll gesperrt, weil die Fahrbahn erneuert wird. Die Sperrung dauert bis Montag, 6 Uhr. Eine Umleitung über Nationalstraßen ist ausgeschildert.

Arbeitslosigkeit steigt

Im zweiten Quartal hat die Corona-Schockwelle den Arbeitsmarkt im Elsass erreicht: Innerhalb von drei Monaten erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 24,7 Prozent. Im Unter-Elsass fällt das Plus mit 25, 7 Prozent noch deutlicher aus als im Ober-Elsass, wo sich der Anstieg auf 23,3 Prozent beläuft. Im Unter-Elsass waren damit Ende Juni 66370 Menschen ohne Arbeit, im Ober-Elsass 49050. Seit die Statistik 1996 eingeführt wurde, ist die Zahl der Menschen ohne Job noch nie so stark angestiegen. Dazu kommt: 43 270 Elsässer haben von April bis Juni nur in reduziertem Umfang gearbeitet. Vergleicht man die Zahlen mit denen im gleichen Zeitraum des Vorjahres, so ergibt sich eine Zunahme der Arbeitslosen um 19,9 Prozent.

Sommerprogramm

Zumindest in eingeschränkter Form findet das Straßburger Sommerprogramm auch zu Zeiten von Corona statt.

Folklore: Trotz Corona finden die Vorführungen der Folkloregruppen auf dem Gutenberg-Platz wieder statt und zwar sonntags von 10.45 Uhr bis 12 Uhr. Am 2. sowie am 30. August ist das Ensemble Coquelicots aus Geispolsheim zu erleben, am 15. August tanzt das Ensemble Folklorique aus Obermodern, am 23. August sind die Kochloeffel aus Souffelweyersheim zu Gast und am 6. September das Ensemble Folkorique aus Truchtersheim. Eintritt frei; Abstandsregeln müssen eingehalten werden.
Straßentheater: Mit 30 Gruppen und umfangreichem Programm erlebt das Straßentheaterfestival von Straßburg vom Freitag, 7. bis Sonntag, 9. August eine Neuauflage – unter Corona-Auflagen. Zuschauer müssen Masken tragen, die Teilnehmerzahlen sind beschränkt, der Mindestabstand ist einzuhalten. Das komplette Programm gibt es unter https://farse.strasbourg.eu/programme/