Baustelle B3

Umleitung wegen Kreiselbau in Buggingen verärgert Zienkener Anwohner

Susanne Ehmann & Sophia Hesser

Von Susanne Ehmann & Sophia Hesser

Mo, 18. Mai 2020 um 07:01 Uhr

Neuenburg

Auch wegen des Kreiselbaus in Buggingen an der Kreuzung B3/Breitenweg, der am Montag, 18. Mai, startet, sind einige Zienkener verstimmt. Die Umleitung sorgt für mehr Verkehr im Ort.

Der Bau des Kreisverkehrs bei Buggingen an der Kreuzung B3/Breitenweg beginnt am Montag. Für den Straßenverkehr entstehen dadurch einige Änderungen, auf die sich Auto- und Fahrradfahrer einstellen müssen. Deshalb gab es schon vor der Einrichtung der Baustelle kritische Stimmen.

Sperrung wegen Kreiselbau
Der Bereich zwischen der Kreuzung und der Brücke bei Seefelden, die über die K4944 führt, wird ab Montag gesperrt. Bis etwa Ende Juni wird hier die Fahrbahn zusätzlich zum Kreiselbau erneuert. Die Ortsteile von Buggingen können in der Zeit laut Regierungspräsidium (RP) Freiburg über die K4944 erreicht werden. Im Anschluss wird dann die Bundesstraße zwischen Breitenweg und Ortseingang Hügelheim gesperrt. Hügelheim ist dann nur noch von Süden kommend über Müllheim erreichbar.

In der gesamten Bauzeit des Kreisverkehrs, die bis Ende August dauern soll, soll der Verkehr über Neuenburg und Grißheim umgeleitet werden.

Auch der Radweg muss zeitweise gesperrt werden. Man versuche aber gemeinsam mit der Gemeinde Buggingen diese Sperrungen so kurz wie möglich zu halten, heißt es in einer Pressemitteilung des RP. Von Hügelheim bis zum neuen Industriegebiet am Breitenweg kann der Radweg genutzt werden. Im Bereich der Baustelle müsse das Rad aus Sicherheitsgründen geschoben werden, so das RP. Sollte das nicht möglich sein, werden Radfahrer südlich vom Breitenweg über den Weinberg geleitet. Keine Einschränkungen gebe es für den Schulbus- und Linienverkehr, erklärt das RP. Für diesen gebe es eine behelfsmäßige Umfahrung um die Baustelle.

Verärgerte Zienkener
Dass sich der Verkehr unter anderem wegen dieser Baustelle verlagert, beklagen Anwohner der L134 im Neuenburger Ortsteil Zienken. Der Verkehr und insbesondere der Schwerlastverkehr durch den Ort habe massiv zugenommen, etwa durch den Umbau der Anschlussstelle Müllheim-Neuenburg und nun auch durch den Bau eines Kreisverkehrs in Buggingen. Viele Anwohner hätten bei der Bürgergemeinschaft "Lebenswertes Zienken" angerufen und ihrer Verzweiflung Luft gemacht, heißt es von dort. Ab etwa 5 Uhr am Morgen nehme der Verkehr massiv zu. Das Problem: Obwohl die Kreis- oder Bundesstraßen in der Umgebung als Umgehungsstraßen angegeben werden, sparen sich viele den Weg und nutzen die Landesstraße. Auch der Schwerlastverkehr. Bei Unfällen auf der A5 verlagere sich der Verkehr ebenfalls auf die L134, so die Bürgerinitiative (BI). Und das, wo es an der L134 im Ort stellenweise keinen Gehweg gibt.

Die wegen des Baus der Kreisverkehre geschlossene A-5-Anschlussstelle bei Neuenburg habe man gerade noch akzeptieren können; doch mit dem Kreiselbau in Buggingen sei das Maß nun voll.

Die BI kämpft seit Jahren für eine Verkehrsberuhigung im Neuenburger Ortsteil Zienken. Vor allem der Schwerlastverkehr belastet nach ihrer Angabe die Bürger, dabei besonders die Anwohner der L134, die mitten durch den Ort führt. Schon vor Jahren wurde eine Ortsumfahrung in Aussicht gestellt. Es tue sich etwas, aber es gehe schon zu lange, so eine Sprecherin der BI.

Einig über die Ortsumfahrung ist man sich in Zienken allerdings nicht. So spricht sich die Bürgerinitiative "Pro Zienken", in der sich Landwirte, Naturschützer und Zienkener Bürger zusammengetan haben, gegen die Umfahrung aus. Wertvolles Ackerland gehe durch den Neubau verloren, angesichts der Verkehrsbelastung von an der B3 gelegenen Ortschaften sei die Umfahrung wegen 18 vom Lärm betroffenen Zienkener Bürgern unnötig und zu teuer. "Pro Zienken" hält Maßnahmen für sinnvoller, die die L134 unattraktiver machen.

Planung einer Ortsumfahrung
Die Stadt Neuenburg will noch im Jahr 2020 die Vorplanung zur Ortsumfahrung der L134 Zienken beenden, so heißt es von Seiten des RP auf BZ-Anfrage. Es gebe eine Vereinbarung zwischen Stadt und RP, dass die Stadt die Planung federführend übernehme. Wohl werde aber "noch einige Zeit vergehen, bis tatsächlich Bauarbeiten stattfinden werden", was der Planung, Genehmigung, Ausschreibung und so weiter geschuldet ist. "Einen konkreten Zeitpunkt können wir nicht nennen", heißt es vom RP. Finanziert werden soll das Ganze aus Landesmitteln.

Die derzeit verursachten "Ausweich- und Umleitungsverkehre lassen sich leider nicht vermeiden, sind aber vorübergehender Natur", erklärt das RP in Bezug auf die Beschwerden der Anwohner in Zienken. Die Stadt Neuenburg aktualisiere derzeit ihre Lärmschutzplanung, wo auch Zienkens Ortsdurchfahrt miteinbezogen wird. "In diesem Rahmen wird auch geprüft werden, ob – entsprechend der geltenden rechtlichen Bestimmungen – Maßnahmen zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm erforderlich sind", so das RP.