Grenzach-Wyhlen

Unangekündigte Kontrolle bei Power-to-Gas-Anlage am Altrhein

Verena Pichler

Von Verena Pichler

Mi, 15. Mai 2019 um 17:01 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Das Regierungspräsidium geht Vorwürfen nach, wonach die Power-to-Gas-Anlage am Altrhein bei Wyhlen ohne Genehmigung in Betrieb genommen wurde.

Aktuell testet Energiedienst (ED) die Power-to-Gas-Anlage am Altrhein auf Funktionstüchtigkeit der einzelnen Teile und Sicherheit. Im Fachjargon nennt sich dieser Prozess Inbetriebsetzung. Für Michael Kempkes, Sprecher der BI Altrhein und direkter Nachbar der Anlage, sieht das Treiben dort aber nach Inbetriebnahme aus – und die hätte ED genehmigen lassen müssen. Deshalb gab’s am Mittwoch unangekündigten Kontrollbesuch vom Regierungspräsidium.

Kempkes berichtet in einem Schreiben an die Badische Zeitung von "sichtbaren Aktionen vor Ort", so hätten auch schon mehrfach Wasserstofftransporte stattgefunden. Das Schreiben hat er unter anderem auch an die Staatsanwaltschaft Lörrach und das Regierungspräsidium (RP) verschickt, mit dem konkreten Verdacht, dass die überprüfungsbedürftige Anlage ohne Prüfung in Betrieb genommen wurden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit vorliege.

Betriebstagebücher werden noch ausgewertet

Das RP hat den Hinweis von Kempkes zum Anlass genommen, eine unangekündigte Kontrolle der Anlage vorzunehmen. Dies geschah am Mittwochvormittag, wie der leitende technische Direktor, Herbert Swarowsky, auf BZ-Nachfrage erklärte. Auch mit Kempkes haben die Mitarbeiter gesprochen. "Wir haben bei der Kontrolle keine Hinweise gefunden, die auf eine vorzeitige Inbetriebnahme hinweisen." Allerdings stehe die Auswertung der Betriebstagebücher noch aus. "Prinzipiell haben wir den Eindruck, dass das Unternehmen bei allem Druck sehr sensibel vorgeht", so Swarowsky weiter. Für ED-Sprecher Alexander Lennemann sind die von Kempkes geäußerten Vorwürfe schlicht falsch. "Wir würden nicht auf die Idee kommen, die Anlage still und heimlich in Betrieb zu nehmen", so Lennemann auf BZ-Nachfrage. Richtig sei, dass alle Anlagenteile auf Funktionstüchtigkeit hin geprüft werden, auch der von Kempkes angesprochene Wasserstoffabtransport. Dass dies zu einem Probelauf dazu gehört, versteht auch Swarowsky. Klar sei aber, dass die Phase der Erprobung ihre Grenzen habe.

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