Verband sperrt Aussichtsplattform

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Fr, 29. Mai 2020

Efringen-Kirchen

Tor soll weitere Beschädigungen am Hochbehälter Istein verhindern / Gemeinde erhält Schlüssel.

(hf). Wiederholte mutwillige und massive Beschädigungen sowie Verunstaltungen sorgen dafür, dass Wanderern und Spaziergängern im Rebberg zwischen Efringen und Istein ein beliebter Aussichtspunkt schon bald nicht mehr zur Verfügung steht. Der Wasserverband südliches Markgräflerland kündigte gegenüber der Gemeinde nämlich an, dass sie die Plattform auf dem begehbaren Flachdach des Hochbehälters Istein für die Öffentlichkeit sperren wird.

Das sei zwar schade, denn die Aussicht vom Rebberg in die Rheinebene hinab sei phantastisch, aber man sehe keine andere Möglichkeit, den wiederholten Zerstörungen Einhalt zu gebieten, sagt Julian Schmidt, stellvertretender technisches Geschäftsführer des Verbandes. Seit Jahren werde auf der Plattform gefeiert, es käme zu Schmierereien, Beton würde vom Bauwerk abgeschlagen und es würden sogar Feuer auf dem Dach des Hochbehälters entzündet.

Ein solches Feuer hatte dazu geführt, dass Deck- und Dichtungsschichten durchbrannten. "Es kam zu Schäden und Wasser drang in die Bausubstanz ein, deren Tragwerk darauf nicht ausgerichtet ist", schildert Schmidt. Deshalb seien die Deckenschichten komplett erneuert, die Brüstung sei ausgebessert und neu gestrichen worden. Kaum seien die Sanierungsarbeiten abgeschlossen gewesen, seien bereits wieder Verwüstungen aufgetreten, stellt Schmidt resigniert fest.

Nun müsse überlegt werden, ob diese Schäden – eine neue durchgebrannte Feuerstelle ist deutlich zu erkennen – punktuell behoben werden, oder ob erneut eine grundlegende Deckensanierung erfolgen soll. Danach jedoch, das ist für den Verband klar, wird der Treppenaufgang mit einem Tor abgesperrt, um den Hochbehälter vor weiteren Beschädigungen zu schützen und weitere Reparaturkosten zu vermeiden. Die Gemeinde erhält vom Verband einen Schlüssel für das Tor, um diesen Panorama-Aussichtspunkt für Gäste öffnen und für besondere Anlässe nutzen zu können. Der Hochbehälter versorgt Istein mit Trinkwasser und ist Durchleitungsstation für eine Verbindungsleitung.

Corona-Schriftzeichen auf der Brüstung deuten übrigens darauf hin, dass auf dem Isteiner Hochbehälter auch im Lockdown gefeiert worden ist. In Fischingen blieb dagegen bislang alles ruhig, weder am Bammerthüsli noch auf dem Bolzplatz sei es zu Verstößen gegen das Versammlungsverbot gekommen, freut sich Bürgermeister Axel Moick, dass er noch nicht disziplinierend eingreifen musste.