Bundestagswahl Emmendingen-Lahr

Was die Kandidatinnen und Kandidaten zur Zukunft des Lahrer Flugplatzes sagen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

So, 19. September 2021 um 12:00 Uhr

Lahr

Die BZ hat den KandidatInnen der sechs im Bundestag vertretenen Partien drei Fragen gestellt. Heute: Wie sehen Sie die weitere Entwicklung und Nutzung des Lahrer Flugplatzes?

CDU: Yannick Bury, 31 Jahre,Volkswirt

Wir haben die einmalige Situation, eine der größten verfügbaren Gewerbeflächen des Landes in Lahr zu haben. Das birgt für die Region ein enormes Entwicklungspotenzial, etwa bei der Logistikbereich oder Mobilität. Die weitere Entwicklung auf dem Areal muss von einem Verkehrskonzept begleitet sein, um Mehrbelastungen über die B415 oder in Schuttern abzumildern.

SPD: Johannes Fechner, 49 Jahre, Jurist

Flugplatz, A 5, die geplanten Gütergleise und der nahe Kehler Hafen sind ideal für Firmenansiedlungen und sichere Jobs. Die wirtschaftliche Dynamik muss weitergehen. Das unterstütze ich. Gewerbegebäude der BIMA sollen nicht abgerissen werden, sondern Firmen zur Verfügung stehen. Lkw-Anfahrten durch Nachbarorte und Wohngebiete müssen vermieden werden.

AfD: Thomas Seitz, 53 Jahre, Jurist

Die AfD ist für jede Nutzung offen, mit der sich der Flugplatz ohne Subventionen wirtschaftlich trägt. Egal ob dies Luftfracht oder alternativ Personenflüge oder beides bedeutet. Als Befürworter direkter Demokratie sollte dies von der Bevölkerung durch Bürgerentscheid entschieden werden. Wenn die Mehrheit keine fliegerische Nutzung will, ist auch dies zu respektieren.

Grüne: Heike Dorow, 53 Jahre, Sozialarbeiterin
Der Flugplatz hat sich zu einem der größten Gewerbegebiete der Region entwickelt, er ist allerdings bislang sehr von der Logistik geprägt. Es muss auf einen größeren Branchenmix geachtet werden. Der Fokus sollte auf zukunftsträchtige Branchen, wie zum Beispiel die Umwelttechnologie, gelegt werden. Regelmäßiger Flugverkehr über die Genehmigung hinaus ist keine Option.

FDP: Tino Ritter, 49 Jahre, Unternehmer

Als Industrie- und Gewerbegebiet mit Frachtflugoption. Natürlich sollen auch weiterhin private Piloten ihrem Hobby nachkommen dürfen. Zudem werden wir in Synergie mit dem geplanten Güterverkehrszentrum eine wirtschaftliche Blütezeit für unsere ganze Region erleben.

Linke: Imke Pirch, 31 Jahre, Gesundheits- und Krankenpflegerin

Wichtig ist, dass die verschiedenen Interessensgruppen einbezogen und sozialökologische Kriterien maßgebend sind. Geht es um die weitere Ansiedlung von Unternehmen, so sollten diese gute Arbeit anbieten, das heißt mindestens nach Tarif zahlen und Betriebsräte mit ausgedehnten Mitbestimmungsrecht ermöglichen. Sie müssen nachhaltig wirtschaften.

Mehr zum Thema: Dossier mit allen Artikeln zur Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis Emmendingen-Lahr.