Was es bedeutet, dass Sterben ein Teil des Lebens ist

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 11. Oktober 2019

Weil am Rhein

Zum Welthospiztag gibt es in Weil zwei Veranstaltungen / Die Ambulante Hospizgruppe nutzt ihre, um neue Helfer zu gewinnen.

WEIL AM RHEIN (BZ). Zum Welthospiztag an diesem Samstag, 12. Oktober, gibt es in Weil am Rhein am Freitag, 11. Oktober, zwei Veranstaltungen: das Benefizkonzert des Bundespolizei-Orchesters in der Märkter Halle zugunsten des stationären Hospizes am Buck in Lörrach und des neuen Palliativnetzes, das von dem Weiler Arzt Mario Steffens mitbegründet wurde (20 Uhr), sowie ein Vortragskonzert mit der Therapeutin und Referentin Chris Paul im Alten Rathaus, veranstaltet von der Ambulanten Hospizgruppe (19.30 Uhr, freier Eintritt).

Für Tonio Paßlick, den neuen Vorsitzenden der Ambulanten Hospizgruppe, soll der Hospiztag vor allem dazu dienen, auf die oft tabuisierten Themen wie Tod, Sterben und Trauer aufmerksam zu machen. Außerdem soll er an die professionelle und ehrenamtliche Hospizarbeit erinnern. Und nicht zuletzt will man ihn auch nutzen, um neue Interessenten anzusprechen, da die Nachfrage nach den Diensten der Hospizgruppen steigt. Wer nach einer erfüllenden ehrenamtlichen Tätigkeit suche, werde von der Gruppe bei der Ausbildung und danach sehr gut unterstützt, versichert Paßlick. Die Betreuungen würden zudem begleitet von Supervisionen, um selber die oft so unterschiedlichen Lebensgeschichten und tragischen Momente zu verarbeiten.

Zum Vortragsabend habe man deshalb die Therapeutin Chris Paul eingeladen, die die emotionalen Aspekte der Verarbeitung menschlicher Verluste bestens kenne und sie als "Kaleidoskop des Trauerns" bezeichne. Sie habe schon viele Menschen tief berührt und vermittle eindrucksvoll, dass Sterben ein Teil des Lebens ist.

Im Mittelpunkt der Hospizarbeit stehen für Paßlick der schwerst kranke und sterbende Mensch mit seinen Wünschen und Bedürfnissen sowie seine Angehörigen und Nahestehenden. Zu den häufig geäußerten Wünschen gehöre der Wunsch, bis zum Lebensende zu Hause oder im vertrauten Umfeld bleiben zu können. Ziel der Hospizgruppe sei es dabei, die Angehörigen in diesem Prozess zu begleiten, zu entlasten und zu unterstützen. Wo das nicht zuhause möglich ist, könnten stationäre Hospize Angebote schaffen. Die Begleitung und Unterstützung ende dabei nicht mit dem Tod, sie werde auf Wunsch der Angehörigen in der Zeit der Trauer weitergeführt. Deshalb biete die Gruppe auch Trauerberatung oder auch Trauergruppen an.

Für Paßlick beinhaltet die ambulante Hospizarbeit schwerpunktmäßig die psychosoziale Begleitung der Sterbenden und deren Angehörigen durch die ehrenamtlichen, aber fundiert ausgebildeten Helferinnen und Helfer. Palliativpflegerische, also schmerzlindernde Leistungen gehörten jedoch nicht dazu. Umso mehr ist Paßlick froh, dass inzwischen ein Palliativzentrum in der Planung für das neue Kreisklinikum berücksichtigt wurde und dass im Februar 2019 engagierte Mediziner und Pflegekräfte um Dr. Mario Steffens aus Friedlingen ein Care-Team aufgebaut haben.

Da die Ausbildung und die Trauerbegleitung von der Hospiz-Gruppe finanziert werden müssen, ist Paßlick froh über jede Spende und jeden Sponsor.

Weitere Infos unter http://www.hospizambulant.de oder Tel. 07621/ 579 1042 oder Tel. (0151) 5582 1325