Käferweibchen als Landwirte

Was wir vom Sozialverhalten der Ambrosiakäfer lernen können

Otto Schnekenburger

Von Otto Schnekenburger

Mo, 08. März 2021 um 10:55 Uhr

Bildung & Wissen

BZ-Plus Nur wenige Borkenkäferarten treten als Schädlinge auf. Von anderen Vertretern können wir dagegen einiges lernen. Ein Freiburger Biologie-Professor erklärt die Besonderheiten der Ambrosiakäfer.

Käferweibchen als Landwirte? Und in einem Staat mit einer Königin lebend? Die auch in der Region heimischen Ambrosiakäfer, die zu den Borkenkäfern zählen, überraschen in so mancher Hinsicht. Peter Biedermann, der sich als Professor für Forstentomologie und Waldschutz an der Universität Freiburg mit ihnen beschäftigt, kann viel über sie erzählen.
BZ: Herr Biedermann, bei Borkenkäfern denkt man gerade hier in der Region in erster Linie an Waldschäden. Sind es diese "Übeltäter", für die Sie soziales Verhalten und landwirtschaftliche Fähigkeiten reklamieren?
Peter Biedermann: Es gibt mehr als 50 Arten von Borkenkäfern, von denen nur zwei Arten überhaupt als Schädlinge in Erscheinung treten. Die anderen sind meist Totholzbesiedler und als solche sogar wichtig für den Wald. Alle Borkenkäferarten führen letztlich Totholz wieder dem Stoffkreislauf zu. Alle Arten sind auch mehr oder weniger eng mit Pilzen assoziiert. Diese Pilze helfen ihnen oft dabei, Bäume zu besiedeln und die Baumabwehr zu überwinden. Es gibt unter den heimischen Borkenkäfern aber auch rund 15 Arten, die Pilze als ihre ausschließliche Nahrung betrachten. Diese Ambrosiakäfer züchten Pilze in ihren Nestern, vergleichbar mit Landwirten, und können das Holz der Bäume gar nicht fressen.
"Jede Ambrosiakäferart hat ihren eigenen Pilz."
BZ: Wenn man hört, was Sie über Ambrosiakäfer herausgefunden haben, muss man eher an Bienen oder Ameisen denken als an Käfer, denn sie bilden eine Art Staatswesen?
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