Stromausfall

Wegen eines defekten Kabels fiel in Kinos, Stadttheater und Pauluskirche in Freiburg das Licht aus

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Mo, 02. Dezember 2019 um 18:23 Uhr

Freiburg

Der Stromausfall von Sonntagabend hat mehr Gebäude betroffen als angenommen. Badenova ließ das defekte Kabel, das für den Ausfall von 21 Trafostationen gesorgt hatte, austauschen.

"Das war verrückt. Plötzlich ging das Licht im Zuschauerraum an, dann wieder aus", berichtet Susana Schnell. Die Sängerin stand am Sonntag beim Weihnachtsstück "In einem tiefen, dunklen Wald..." auf der Bühne im Großen Haus, als es zappenduster wurde. Als auch die Technik versagte, brach das Theater die Aufführung 20 Minuten vor Ende ab. "So was hab’ ich noch nie erlebt", sagte Schnell am Montag. Das Ensemble verabschiedete sich immerhin spontan mit A Cappella-Lied und Gitarrenmusik vom Publikum.

Wer ins Kino ging, hatte ebenfalls Pech. Sowohl im Cinemaxx als auch im Friedrichsbau und in der Harmonie blieben Filme stehen. "Das Bild war mehrfach kurz weg, weil die Projektoren ausgingen", berichtet Ludwig Ammann von den Friedrichsbau-Lichtspielen. Aber insgesamt sei man glimpflich davongekommen. Seit einigen Jahren habe man den Hauptserver für die Kinos in der Harmonie durch eine unterbrechungsfreie Stromversorgung abgesichert.

Auch im Paulussaal und der Pauluskirche an der Dreisamstraße hätten alle Störungsmelder und die Notstromversorgung funktioniert, erklärte Diakon Norbert Aufrecht. Dort war gerade ein afrikanischer Gottesdienst zu Ende, als die Lichter ausfielen. Das anschließende Taizé-Gebet musste abgebrochen werden. Am Montag waren noch Handwerker in dem Zentrum der evangelischen Stadtmission, um alles zu überprüfen und wieder einzurichten.

Normalnetz nicht tangiert

Das Stadttheater, die Kinos und der Paulussaal sind genauso wie das Novotel "Hochspannungskunden". Vor allem diese durchs sogenannte Maschennetz versorgten Sonderkunden waren vom Stromausfall betroffen, erklärte Badenova-Sprecher Roland Weis auf BZ-Nachfrage. Das Normalnetz sei hingegen nicht direkt tangiert gewesen. Dennoch blieben auch in einigen Büros und Wohnungen über Nacht und sogar am Montag teils noch Lichter und Heizungen aus. Das könnte auf Störungen zurückzuführen sein, die im Zuge des Stromausfalls beim automatischen Aufschalten und Hochfahren von Systemen aufgetreten sind, erklärte ein Elektriker, der sich um die Reparatur in der Stadtredaktion kümmerte.

21 Trafostationen ohne Strom

Während Installateure in einigen Gebäuden versuchten, wieder alles in Gang zu bringen, waren Mitarbeiter von Badenova und einer Tiefbaufirma am Ort der Störungsquelle: Auf dem Fuß- und Radweg an der Ecke Schnewlinstraße/Belfortstraße bohrten sie ein Loch und legten das defekte Kabel frei. An dieser Stelle wurde am Sonntag um 17.48 Uhr ein sogenannter Schalterfall ausgelöst, der in der Verbundwarte von Badenova registriert wurde.

Laut Weis seien 21 Trafostationen daraufhin ohne Strom gewesen. Innerhalb einer halben Stunde konnten 15 Stationen problemlos wieder zugeschaltet werden, unter den anderen wurde schließlich der genaue Fehler gefunden. Das Kabel müsse "in Erdkontakt" gekommen sein, dabei habe es einen Kurzschluss gegeben, erklärte Weis den Grund für den kurzen Blackout. Nun würden der Kabelschaden repariert und das Stück ausgetauscht.

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