Ortenaukreis

Wenn die psychologische Corona-Hotline hilft

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 02. Juli 2020 um 13:27 Uhr

Offenburg

Bei Fragen, Sorgen und zur Weitervermittlung stehen Experten des Landratsamtes zur Verfügung. Seit Ende März wurden mehr als 150 Anrufe registriert.

Das Landratsamt Ortenaukreis hat Ende März die "Hotline Psychologische Beratung Corona" eingerichtet. Dort stehen Experten der Psychologischen Beratungsstellen des Ortenaukreises allen Bürgern aus dem Landkreis bei Fragen und Sorgen zu psychologischen und psychosozialen Themen im Zusammenhang mit Corona als Gesprächspartner zur Verfügung. Bei Bedarf werden durch die Experten auch weitere spezifische Beratungsangebote vermittelt.

"Eltern, Kinder und Jugendliche haben unseren ganz besonderen Respekt und große Anerkennung verdient, denn sie mussten seit Beginn der Corona-Pandemie weitgehend auf ihre Grundversorgung mit Bildung und Betreuung verzichten und werden auch weiterhin mit Einschränkungen zurechtkommen müssen", so Landrat Frank Scherer. Es sei nachvollziehbar, dass dies neben den medizinischen auch emotionale Belastungen, Sorgen und Unsicherheiten mit sich bringe.

Daher habe der Ortenaukreis frühzeitig eine Beratungshotline eingerichtet, die seitdem rege genutzt wird: Mehr als 150 Anrufe gingen bisher laut einer Pressemitteilung ein. Insbesondere zu Beginn der Pandemie war die Hotline stark gefragt, zentrales Thema war die hohe familiäre Belastung. Auch die Besorgnis um Angehörige und eigene psychische Belastungen oder Erkrankungen, wie starke Ängste und Depressionen, sind häufige Themen.

Verbesserte Kontaktmöglichkeiten spielen Rolle für psychisches Wohlbefinden

"Viele Familien haben in dieser Zeit enorme Leistungen vollbracht und viel dafür getan, dass es ihren Kindern gut geht. Dennoch ist es eine große Herausforderung Kinderbetreuung, Homeschooling und Homeoffice über längere Zeit unter einen Hut zu bringen, gerade für Alleinerziehende", erklärt Ullrich Böttinger, Leiter des Amts für Soziale und Psychologische Dienste beim Landratsamt. Es sei sehr wichtig, dass Kindertagesstätten und Schulen jetzt wieder weitgehend geöffnet sind. Auch die verbesserten Kontaktmöglichkeiten zu Angehörigen spiele eine große Rolle für das psychische Wohlbefinden.
Corona-Hotline

Auch weiterhin können sich die Bürger des Ortenaukreises, ganz gleich ob Erwachsene, Jugendliche, Kinder oder Eltern, mit allen kleinen und großen Sorgen an die Hotline wenden. Diese bleibt bis auf weiteres geschaltet und ist Montag von 9 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr sowie Freitag von 9 bis 12 Uhr unter Tel. 07821/9157 2557 erreichbar. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Ortenaukreises unter www.ortenaukreis.de/Lebensphasen.

Chat und Bürgertelefon

Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Fallzahlen gibt es unter www.ortenaukreis/corona. Hier gibt auch der Chatbot "Ortena" Auskünfte rund um das Thema Corona. Bürgertelefon Gesundheitsamt: Am Bürgertelefon des Gesundheitsamts unter Tel. 0781/805-9695 werden generelle Fragen rund Corona beantwortet. Wer Krankheitszeichen hat, ruft seine Hausarztpraxis beziehungsweise am Wochenende den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Tel. 116 117 an.

Auch während des Lockdowns waren die Beratungsstellen durchgängig telefonisch erreichbar. In persönlichen Krisensituationen und sofern in Einzelfällen erforderlich standen die Beratungsstellen aber auch in diesem Zeitraum, unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen, für persönliche Gespräche zur Verfügung. Dies sei für viele Familien eine ganz wichtige Unterstützung, denn nicht jede Krise lasse sich am Telefon lösen, so Böttinger. Im aktuellen Verlauf der Pandemie wenden sich zwischenzeitig die meisten Ratsuchenden wieder direkt an die Beratungsstellen, die nun wieder soweit wie möglich auf "Normalbetrieb" umgestellt haben.

"Manche Belastung und mancher Konflikt hat sich im Laufe der Pandemie verstärkt oder wird erst später sichtbar werden. Wer frühzeitig Beratung in Anspruch nimmt, hilft sich selbst und seinen Angehörigen am besten", appelliert Böttinger, der von einem steigenden Beratungsbedarf infolge der Corona-Auswirkungen ausgeht.