Gruppenvergewaltigung

Wenn es Nacht wird in Freiburg

Stefan Hupka und Joachim Röderer

Von Stefan Hupka & Joachim Röderer

Fr, 02. November 2018 um 21:21 Uhr

Freiburg

BZ-Plus Einige Monate lang wähnte Freiburg sich in relativer Ruhe – nun erschüttert erneut ein mutmaßlich von Migranten begangenes Sexualverbrechen das Gemeinwesen.

"Kind, was ist los bei euch", hat die Mama ihr vor Tagen gemailt. Sofia ist Griechin und neu im Breisgau, Erstsemester am University College. Die Mutter lebt in Australien. Selbst dort liest sie düstere Nachrichten, in denen das Wort Freiburg vorkommt. "Kind, pass auf dich auf." Wir treffen die 19-Jährige am Freitag vor dem Stadttheater. Sie schmunzelt, als wollte sie sagen: Mütter halt. Sofia war schockiert, als sie von diesem Verbrechen erfuhr. Aber vorsichtig, versichert sie, sei sie schon immer. Ihre Freundin nickt. Sie hat gerade ein Jahr in Haiderabad, Indien, gelebt. Dagegen sei das doch hier eine heile Welt, Freiburg – immer noch.
BZ-Dossier zur Gruppenvergewaltigung in Freiburg
Immer noch? Das sehen längst nicht mehr alle so. Nach Monaten der Ruhe – der Mörder der Studentin Maria Ladenburger wurde im April verurteilt – steht der Name der Stadt erneut für eine Schwerkriminalität, die besonders irritierende Züge hat: sexuelle Gewalt junger Flüchtlinge gegen Frauen, die nächtliche Gruppenvergewaltigung einer 18-jährigen Deutschen in der Nähe einer Disco. Und wieder steht die Frage im Raum: Wer tut so etwas? Und was muss man tun – oder hätte tun können –, um eine derartige Straftat zu verhindern?

"Was wissen wir?", hebt Oberstaatsanwalt Michael Mächtel am Freitag vor einer außergewöhnlich großen Kamerakulisse an und rekapituliert kühl: "Sie hat eine Droge konsumiert, Ecstasy, er hat ihr ein offenes Getränk gereicht, das sie getrunken hat. Sie verlässt mit dem Mann den Saal." In einer nahen Baumgruppe sei es "gegen ihren erkennbaren Willen" zu sexuellen Handlungen, dann zur Vergewaltigung gekommen, erst durch den ...

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