Kultur

Wie die Kollnauer Band Bittersüß auch in Pandemie-Zeiten Musik macht

Savanna Cosma

Von Savanna Cosma

Fr, 05. März 2021 um 11:04 Uhr

Waldkirch

Bittersüß steht für Deutschrock. Die Band setzt seit ihrer Gründung vor 14 Jahren auf eigene Kompositionen und produziert auch während der Pandemie neue Musiktitel.

Im März 2020 erschien ein Mini-Album, die EP (Extended Play) "Schöne Welt", mit sechs eingängigen und kraftvollen Songs. Dann musste die geplante Release-Party der Band um den Kollnauer Gitarristen Michael Resch wegen Corona abgesagt werden. Nun warten die vier Mitglieder – wie so viele – darauf, endlich wieder auftreten zu können.

"Unser Programm besteht zu 80 Prozent aus eigenen Songs", sagt Michael Resch. Eigene Musik zu machen, sei von Anfang an das Credo gewesen. Der Gitarrist aus Kollnau ist das einzige Bandmitglied, das schon seit der Gründung von Bittersüß im Jahr 2007 mit dabei ist. Zwei Jahre später kam sein Bruder Matthias dazu. Quasi von heute auf morgen ersetzte er den damaligen Schlagzeuger, von dem sich die Band nur wenige Tage vor einem Auftritt einvernehmlich getrennt hatte.

Wechsel in der Band

Als der aktuelle Bassist, Georg Kaiser aus Menzenschwand, 2016 zur Band kam, "ging es bergauf", erinnert sich Resch. "Die Chemie stimmte und wir wurden kreativer." Er eröffnete der Band die Möglichkeit, sich musikalisch zu verändern. "Wir wurden etwas härter und orientierten uns mehr am Rock." Das Resultat ist auf der EP "Schöne Welt" zu hören: Sechs poppige Rocksongs mit deutschen Texten und kraftvollen Tönen – gesungen von Melanie Künzie, die mittlerweile nicht mehr dabei ist.

Bereits vor der Veröffentlichung sei klar gewesen, dass Künzie die Band verlassen würde. "Trotzdem wollten wir die EP unbedingt noch gemeinsam mit ihr aufnehmen", sagt Resch. Ganz klassisch, über eine Anzeige in der Zypresse, suchten die verbliebenen Musiker anschließend nach einer neuen Frontfrau.

Mitte des vergangenen Jahres stieß daraufhin Yaroslava Romanova aus Freiburg zur Gruppe. "Ihre Stimme klingt mehr klassisch", sagt Resch. "Wie sich das auf den Sound unserer Band auswirken wird, wissen wir noch nicht." Gemeinsame Proben seien bisher nur wenige möglich gewesen. Trotzdem nimmt die Band gerade neue Musik auf. "Jeder kommt dafür einmal im Proberaum vorbei und spielt beziehungsweise singt seinen Teil ein", sagt Resch. Sein Bruder übernehme dabei die Technik.

Beim Schreiben läuft der Fernseher

Die meisten Ideen für neue Songs entstehen bei Resch zu Hause auf dem Sofa. "Mit meiner Gitarre in der Hand sitze ich dann da und spiele vor mich hin." Ganz wichtig: Der Fernseher muss dabei an sein. "Ich weiß auch nicht warum, aber nur dann kann ich schreiben." Wenn er dann seine Ideen dem Rest der Band präsentiert hat, "bekommt jeder die Freiheit, sich in den Songs zu entfalten."

Durchschnittlich einmal im Monat rockte Bittersüß vor Corona die Bühne. Fünf Auftritte mussten sie im vergangenen Jahr absagen. Darunter auch die geplante Vorstellung der EP in der Kulturmühle Mehlsack in Mundingen. "Es kribbelt", sagt Resch. "Wir wollen wieder zurück auf die Bühne." Für ihn gebe es nichts schöneres als das Feedback des Publikums nach den Auftritten. "Das ist Balsam für die Seele, wenn die Menschen nach unseren Gigs auf uns zukommen und uns ihre ehrliche Meinung zu unseren eigenen Songs sagen." Selbst wenn es sich dabei um Kritik handelt.