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"Wir stecken in einer Blockade"

Ronny Gert BürckholdtStefan Hupka
  • &

  • Sa, 25. August 2007
    Südwest

     

BZ-INTERVIEW mit dem Konstanzer Wirtschaftsethiker Josef Wieland über den gerechten Lohn und die Schwierigkeiten ihn zu ermitteln.

rüher saßen sie bei der Bahn alle in einem Zug. Jetzt aber spaltet die extreme Tarifforderung der Lokomotivführer die Belegschaft und wirft aufs neue eine uralte Fragen auf: Was ist eigentlich ein gerechter Lohn? Und nach welchen Kriterien ermittelt man ihn? Wir sprachen darüber mit dem Konstanzer Wirtschaftsprofessor Josef Wieland (56). Er ist spezialisiert auf Wirtschafts- und Unternehmensethik.

F BZ: Herr Wieland, bekommen Sie eigentlich einen gerechten Lohn?
Wieland: Ja, ich denke schon, dass ich angemessen und gerecht bezahlt werde.
BZ: Ist Gerechtigkeit ein taugliches Kriterium, um Löhne festzulegen?
Wieland: Ja, in der Gesellschaft spielt Gerechtigkeit neben Marktwert und Leistung bei der Entlohnung eine große Rolle. Die Wissenschaft diskutiert darüber spätestens seit der Scholastik im Mittelalter.
BZ: Wäre es gerecht, wenn zum Beispiel die Lokomotivführer jetzt ihren Preis hochtreiben und 30 Prozent mehr Lohn verlangen?
Wieland: Wir sollten differenzieren. Was wir in Deutschland unter Gerechtigkeit verstehen, ist im Kern Verteilungsgerechtigkeit, die Frage also, ob das zur Verfügung stehende Gesamteinkommen gerecht verteilt wird. Für die ...

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