Interview

So erklärt Wirtschaftsweise Lars Feld die Griechenland-Krise

Ronny Gert Bürckholdt

Von Ronny Gert Bürckholdt

Mo, 29. Juni 2015 um 09:10 Uhr

Wirtschaft

"Unter diesen Umständen konnten die Eurofinanzminister nicht anders. Sie mussten weitere Hilfen für Athen ablehnen": Der Freiburger Wirtschaftsweise Lars Feld erklärt die Griechenland-Krise im BZ-Interview.

Falls es nicht auf den letzten Drücker doch eine überraschende politische Einigung mit Athen gibt, droht dem griechischen Finanzsystem Mitte der Woche die Pleite. Ohne Hilfspaket dürfe die Europäische Zentralbank die Nothilfe für die dortigen Banken nicht verlängern, sagte der Freiburger Ökonom Lars Feld am Sonntag im Gespräch mit Ronny Gert Bürckholdt.
"Falls Griechenland am Ende aus der Eurozone ausscheidet, wird es wohl das erste und letzte Land sein, das diesen Weg geht." Lars Feld BZ: Herr Feld, ist Griechenland das erste oder das letzte Land, das die Eurozone verlässt?
Feld: So weit sind wir noch nicht. Trotz aller Turbulenzen und selbst im Falle einer Staatspleite bleibt unklar, ob Griechenland die Währungsunion verlässt. Die Wahrscheinlichkeit ist aber groß. Falls Griechenland am Ende aus der Eurozone ausscheidet, wird es wohl das erste und letzte Land sein, das diesen Weg geht.
BZ: Jahrelang haben die Staats- und Regierungschefs viele Register gezogen, um genau das zu verhindern, was nun in Griechenland eine Frage von Tagen sein könnte: die Staatspleite eines Eurolands. Hat Sie daher das Scheitern der Verhandlungen am Wochenende überrascht?
Feld: Nein, nicht mehr nach der Ankündigung der griechischen Regierung, in einer Woche das Volk abstimmen zu lassen. Um keine Legenden aufkommen zu lassen: Nicht die Volksabstimmung ist dabei das Problem, sondern die Tatsache, dass ...

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