Coronavirus

Zwei Bewohner des Breisacher Seniorenpflegeheims sind an Covid-19 gestorben

Gerold Zink

Von Gerold Zink

Di, 07. April 2020 um 14:56 Uhr

Breisach

Seit dem Wochenende sind die Krankheitsfälle bekannt, jetzt sind zwei Senioren verstorben: Im Breisacher Seniorenpflegeheim versucht man weiter, die Ausbreitung des Coronavirus zu begrenzen.

Von den inzwischen zehn mit dem Coronavirus infizierten Bewohnern des Breisacher Seniorenpflegeheims in der August-Ehrlacher-Straße sind zwei verstorben. Dies teilte Ewald Dengler, Vorstand der evangelischen Stadtmission Freiburg, zu der das Breisacher Heim gehört, jetzt auf Nachfrage der BZ mit. Im Pflegeheim Haus am Weingarten in Ihringen gibt es noch keinen Corona-Fall.

Laut Dengler ist ein Bewohner im Heim gestorben, der zweite sei bereits am Samstag in die Breisacher Helios-Klinik gebracht worden, nachdem er plötzlich Beschwerden hatte. Dort sei er dann auf das Coronavirus positiv getestet worden und der Krankheit erlegen. Die Heimleitung tue alles, was in ihrer Macht stehe, um weitere Fälle von Covid-19 zu verhindern. Aufgrund einer extremen Personalknappheit sei die Situation in dem Heim allerdings angespannt. Wie bereits berichtet, hatten sich auch sieben Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Dengler bittet wie bereits Breisachs Bürgermeister Oliver Rein ehemalige Pflegerinnen und Pfleger, sich in dem Breisacher Seniorenpflegeheim zu melden.

Negative Testergebnisse in Ihringen

Im Ihringer Seniorenpflegeheim Haus am Weingarten gibt es bislang nach Angaben von Einrichtungsleiter Günter Jerger und Verwaltungsleiter Nicolai Vieser noch keine mit dem Coronavirus infizierten Bewohner. Man habe zwar schon Senioren mit Fieber auf das Virus getestet, die Ergebnisse seien aber negativ gewesen.

In dem Pflegeheim gibt es 60 Plätze, von denen derzeit aber nur 28 belegt sind, weil es zu wenig Fachkräfte gibt. "Wir nehmen nur so viele Bewohner auf, wie wir mit dem Personal auch gut versorgen können", betont Jerger. Sehr beeindruckt ist er von dem Engagement seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, "die alle an einem Strang ziehen".

Jerger ist vor allem auch berührt von der großen Solidarität in dieser nicht einfachen Zeit. So gebe es von Angehörigen, aber auch von Ihringer Bürgern, immer wieder nette Gesten gegenüber den 32 Mitarbeitern der Einrichtung. So seien Atemmasken für das Heim gebastelt worden, ein Weingut habe Honig vorbei gebracht, das Schwimmbad Desinfektionsmittel gespendet, ein Mädchen auf Karten Gedichte für die Senioren geschrieben und auch Geld sei gespendet worden.

Verständnis für Ausgehverbot

Für die jetzt verhängten Ausgehbeschränkungen für die Bewohner haben Jerger und Vieser Verständnis. Schon früh habe man das Heim für Besucher geschlossen und mit den Bewohnern nur noch Spaziergänge in der Grünanlage rund ums Haus oder in den naheliegenden Weinbergen unternommen. Das jetzt verhängte Ausgehverbot treffe das Ihringer Heim nicht so stark, weil es über eine große Dachterrasse verfüge, erklärt Vieser. "Bis auf ganz wenige Angehörige haben alle für die Vorsichtsmaßnahmen Verständnis", fügt Jerger hinzu. Ewald Dengler, Vorstand der evangelischen Stadtmission Freiburg, die in der Region fünf Pflegeheime betreibt, hält das Ausgehverbot für die Bewohner sogar für eine "absolut notwendige und konsequente Maßnahme, die wir schon seit länger Zeit in allen unseren Einrichtungen umsetzen". Wenn Bewohner die Heime ohne Kontrolle verlassen würden, könnten sie bei ihrer Rückkehr das Virus ins Heim bringen. "Das wäre eine enorme Sicherheitslücke", betont Dengler, der die Vorschrift auch im Bereich von ambulanten, betreuten Wohngemeinschaften für sinnvoll hält. "Der Schutz der Bewohner und der Mitarbeiter muss Vorrang haben", fügt er hinzu.