BZ-Fragebogen

Alexandra Heneka würde gerne wandern ohne Limit

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 28. November 2020 um 00:02 Uhr

Freiburg

Die Fotografin und Filmdramaturgin Alexandra Heneka (50) mag keine aufwändigen Inszenierungen und ist gerne in der freien Natur unterwegs, wie sie im BZ-Fragebogen verrät.

Schon immer, sagt Alexandra Heneka, habe sie unbedingt zum Film gewollt. Die 50-Jährige stammt aus Triberg im Schwarzwald, hat in Freiburg Soziologie und in Berlin Fotografie studiert sowie in Hamburg Filmdramaturgie gelernt. In der Hansestadt hat sie unter anderem für eine Kurzfilmagentur gearbeitet, ehe sie der Liebe wegen vor fünf Jahren nach Freiburg zurückkehrte. Heute arbeitet sie als freie Fotografin, Dramaturgin und Dozentin für autobiographisches Schreiben. Heneka ist verheiratet und lebt in Kappel.

Fotografieren, schreiben, Filme machen – könnten Sie sich entscheiden?
Nein, denn das schwankt von der Intensität her stark, je nach aktuellem Projekt. Bei allen drei Formen mag ich die Grenze zwischen etablierter Kunst und sozialer Kunst. Das kommt vor allem bei meiner Arbeit für Auftraggeber wie die Volkshochschule, die Diakonie oder Vereine zum Tragen. Die Fotografie ist mir vielleicht besonders vertraut, während das Schreiben erst in den vergangenen Jahren so richtig dazugekommen ist.

Wie holen Sie die Welt vor die Linse?
Ich habe mich immer als Dokumentaristin bezeichnet, ich bin nicht die, die aufwändig inszeniert. Ich liebe es, mit den Menschen in Kontakt zu kommen und zu versuchen, sie im Kontakt wirklich in ihrer Persönlichkeit wahrzunehmen und ganz nebenbei etwas Wesentliches festhalten zu können. Wenn das gelingt, ist es für mich immer wieder ein kleines Fest und Geschenk – und für das Gegenüber hoffentlich auch.

Was wollten Sie als Kind werden?
Ich war eine große Tagträumerin als Kind, doch von Berufen habe ich nie geträumt.

Ihr Lieblingsplatz in oder bei Freiburg?
Der Pfeiferberg.

Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Mathe und Kunst.

Worüber können Sie herzhaft lachen?
Über gut geschriebene witzige Szenen, dasselbe gilt fürs echte Leben.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Planlos Zeit haben, wandern, Freunde treffen ...

Welches Buch hat Sie in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?
"Ich bin ein Schicksal" von Rachel Kushner und "Tamangur" von Leta Semadeni.

Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?
Ich gehe immer wieder mal ins Münster. Ein besonderer Ort.

Wann waren Sie zuletzt im Kino?
Neulich, bevor die Kinos wieder schließen mussten, in "Irre" von Reinhild Dettmer-Finke.

Wovor haben Sie Angst?
Vor der zunehmenden Trockenheit.

Welche Musik hören Sie gerne?
Singer/Songwriter, eher Ruhiges ohne zu schnelle Beats.

Was mögen Sie an sich selbst?
Mein Lachen.

Was bringt Sie auf die Palme?
Rechthaberei. Das betrifft mich leider auch selbst.

Wo machen Sie gerne Urlaub?
Dort, wo es warm ist.

Sie bekommen eine Zeitreise geschenkt – wohin reisen Sie?
Mit Catweazle zurück an König Artus’ Hof, da wollte ich schon immer mal hin.

Mit wem würden Sie gern mal einen Tag lang tauschen?
Mit einer wirklich großartigen Künstlerin oder einem Künstler, zum Beispiel Marina Abramovic – einmal solch ein kreatives Bewusstsein erfahren.

Ihre Traum-Schlagzeile?
"Die Klimakehrtwende ist geschafft: Erste Effekte deutlich spürbar."

Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Erst einmal ein großes Fest.

Bitte vervollständigen Sie: Am Herd gelingt mir am besten ...
... Spiegelei.

Wer es in meinem Job zu etwas bringen will, der ...
... hat ein großes, aufrichtiges Interesse an den Menschen und ihren Geschichten – und versteht, wie beide so ticken.

Die Zeit vergesse ich, wenn ...
... ich fotografiere.

Einmal im Leben will ich unbedingt ...
... für unbestimmte Zeit und ohne Limit wandern – so lange, wie ich Lust habe.

Als Oberbürgermeisterin von Freiburg würde ich ...
... ein großes Gewicht auf das Thema Wohnen und Zusammenleben legen. Die notwendigen Freiräume dafür schaffen, dass hier wieder Innovatives und Visionäres kreiert werden kann, das für alle zugänglich sein wird.