Senioren

Altenpflege: 24-Stunden-Betreuung für 960 Euro Lohn

Sebastian Krüger

Von Sebastian Krüger

Do, 23. Juli 2015 um 20:27 Uhr

Freiburg

Viele alte Menschen leben lieber Zuhause als im Heim. Ihre Pflege übernehmen oft Frauen aus armen osteuropäischen Ländern. Dubiose Agenturen vermitteln die Helferinnen – und beuten sie aus. Dabei geht es auch anders. Ein Beispiel aus Freiburg.

Viele Freiburger möchten im Alter lieber in der gewohnten Umgebung bleiben, als in ein Heim zu gehen. Wenn die Angehörigen die Betreuung nicht übernehmen können, springen osteuropäische Frauen aus Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit ein. Das Konzept scheint aufzugehen, doch es ruft dubiose Agenturen auf den Plan, die die Frauen ausbeuten.

Während sie mit ihrer Schwester telefonierte, stürzte Hildegund Landenberger ohnmächtig zu Boden. Zum Glück rief ihre Schwester den Notarzt, der der 85-Jährigen das Leben rettete. Nach dem Unfall vor einem Jahr wollten ihre Kinder nicht, dass sie weiterhin allein lebt. Doch ein Heim kam für sie nicht in Frage. "Ich hänge so an meiner eigenen Wohnung", sagt sie. Deswegen suchten ihre Kinder eine Haushaltshilfe, die sie täglich betreut.

Hilfe bieten deutsche Agenturen, die Frauen von osteuropäischen Partnerorganisationen vermitteln. Die Angehörigen übernehmen Kost und Logis und zahlen den Agenturen, mit denen sie einen Dienstleistungsvertrag abschließen, zwischen 2 000 und 3 000 Euro für die Betreuungskräfte. Problematisch: Die Tausende Kilometer entfernten, ausländischen Unternehmen bleiben formal weisungsbefugte Arbeitgeber der Frauen.


RECHTLICHE GRAUZONE
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