Abkochempfehlung aufgehoben

Aufregung umsonst: Doch keine Kolibakterien im Offenburger Wasser

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 09. Oktober 2019 um 15:11 Uhr

Offenburg

Die beiden Proben, in denen vergangenen Mittwoch scheinbar Kolibakterien nachgewiesen wurden, erweisen sich beim Zweittest durch mehrere Labors als unbelastet. Die erste Messung war wohl fehlerhaft.

Das Trinkwasser in Offenburg muss nicht mehr abgekocht werden, die Abkochempfehlung ist aufgehoben. Das teilt die Badenova-Tochter BN-Netze in Absprache mit dem Landratsamt Ortenaukreis am Mittwoch, 9. Oktober, mit. Im Wasser fanden sich laut Pressemitteilung bei der erneuten Beprobung keinerlei Hinweise auf eine Belastung. Die Recherche habe ergeben, dass vermutlich eine Fehlmessung beziehungsweise ein Fehler im komplexen Probeanalyseprozess vorlag.

"Das Wasser an sich war nicht belastet", so BN-Netze, Das Unternehmen bedauere die Unannehmlichkeiten, die für die Offenburger Bürger durch das Abkochen entstanden sind. Trinkwasser sei das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland überhaupt: Bereits beim kleinsten Verdacht auf eine Verunreinigung werde eine Abkochempfehlung ausgesprochen.

Die zwei Proben, die am Mittwoch voriger Woche Auffälligkeiten zeigten, seien bei der erneuten Beprobungen komplett unauffällig geblieben, das heißt ohne Befunde. Die jüngsten Untersuchungen wurden, von verschiedenen Laboren vorgenommen. Auch wurden verschiedene Stelle im Netz beprobt.

Um die lange Ungewissheit zu erklären, verweist BN-Netze auf den "hochkomplexen Prozess" der Probenuntersuchung: Er starte mit der Probenahme an verschiedenen Stellen im Trinkwassernetz, gehe über den Transport bis dann im Labor der 48 Stunden andauernde Prozess in der Mikrobiologie starte. Danach werden die Ergebnisse aufgenommen und ausgewertet. In den vergangenen zehn Jahren seien im Offenburger Netz keine Verunreinigung zu verzeichnen gewesen. Auch werde das dortige Trinkwasser sogar wöchentlich beprobt. Es werden pro Jahr rund 470 Proben entnommen: 370 vom Trinkwasser, 100 vom Rohwasser. Grundsätzlich prüfe BN-Netze in allen ihren Wasserversorgungen und Wasserbetriebsführungen regelmäßig die Trinkwasserqualität.

Die Badenova-Tochter verantwortet im Auftrag der Offenburger Wasserversorgung (OWV) die Trinkwasserversorgung in der Stadt Offenburg. Die Gemeinde Hohberg und Schutterwald beziehen Wasser von der Offenburger Wasserversorgung. Diese Versorgung wurde vergangenen Mittwoch vorsorglich bis auf weiteres unterbrochen, das Wasser aus anderen Quellen bezogen. Das Trinkwasser für die genannten Bereiche wird im Umkreis des Wasserwerks Sägeteich gewonnen und im Wasserwerk aufbereitet. Die Offenburger nehmen pro Tag bis zu 10 Millionen Liter Trinkwasser ab, dies sind zwischen 8000 und 10 000 Kubikmeter täglich.