Erlenmatt-Quartier

Basel stellt eine Wohnsiedlung für Geflüchtete aus der Ukraine auf

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 07. Juli 2022 um 08:24 Uhr

Basel

Der Kanton schafft Wohn- und Schulraum für ukrainische Flüchtlinge im Erlenmatt-Quartier. Auch die Standorte Bäumlihof und Stettenfeld sollen für ähnliche Vorhaben geprüft werden.

Auf dem Basler Areal Erlenmatt soll mit der Bauplanung der ersten Siedlung für ukrainische Flüchtlinge begonnen werden. Zusätzlich soll auf dem Areal ein temporärer Schulbau aufgestellt werden. Der Regierungsrat gab auch die Prüfung von zwei weiteren Standorten für befristete Modulbauten in Auftrag.

Der Regierungsrat beschloss am Mittwoch, am Erlenmattplatz eine Siedlung mit Wohnmodulen für bis zu 140 Menschen aufzustellen. Neben den Wohnmodulen soll zudem ein eingeschossiger Pavillon als temporärer Schulbau erstellt werden. Im besten Fall könnte die Bauten im ersten Quartal 2023 bezogen werden.

3000 Geflüchtete in diesem Jahr für Basel erwartet

Die Schweiz sieht sich aktuell mit der größten Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass der Krieg in der Ukraine lange andauern kann. Der Bund rechnet damit, dass bis Ende des Jahres rund 150 000 Schutzsuchenden aus der Ukraine die in die Schweiz kommen. Basel-Stadt werden gemäß nationalem Verteilschlüssel 2,3 Prozent aller Geflüchteten zugewiesen. Gestützt auf die Prognose sind das bis Ende 2022 rund 3000 Schutzsuchende.

Bisher sind 1600 Menschen aus der Ukraine in Basel-Stadt angekommen. Zwei Drittel von ihnen leben in Gastfamilien, die übrigen in kantonalen Asylstrukturen oder Privatwohnungen. Zurzeit stehen weitere rund 400 freie Plätze bei Gastfamilien zur Verfügung. Die Sozialhilfe schaffe laufend Plätze in neu angemieteten Wohnungen und Liegenschaften. Rund 350 Wohnungen, die von der Sozialhilfe angemietet sind, können sofort bezogen werden. Die Unterbringung bei Gastfamilien ist in den meisten Fällen befristet vereinbart. In Basel ist ohnehin nicht genug freier Wohnraum vorhanden.

Basel will unterirdische Unterbringung vermeiden

Um die Unterbringung von ukrainischen Geflüchteten in unterirdischen Zivilschutzanlagen zu vermeiden, plant der Kanton die Erstellung von Wohnmodul-Siedlungen, die befristet für etwa drei Jahre genutzt werden sollen. Beim Standort Erlenmatt startet nun die konkrete Planung. Mit der hohen Zahl an ukrainischen Kindern und Jugendlichen gelangen auch die Schulen an ihre Kapazitätsgrenzen, weshalb am gleichen Standort auch Schulraum und ein Kindergarten mitgeplant wird. Bei ausreichenden Deutschkenntnissen sollen die Kinder – sofern die umliegenden Schulen Platz haben – in Regelklassen eingeteilt werden.

Der Regierungsrat lässt zwei weitere Standorte vertieft evaluieren: das Areal Bäumlihof und in Absprache mit dem Gemeinderat Riehen ein Standort auf dem Stettenfeld. Die Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer dort sollen – wie die in der Erlenmatt nach den Sommerferien – einbezogen werden, sobald konkrete Planungsangaben vorliegen.