Verkehrslenkung

Basel will den Durchgangsverkehr auf den Hauptachsen bündeln

Michael Baas

Von Michael Baas

Mi, 24. April 2019 um 13:00 Uhr

Basel

Basel will Wohnviertel mit einer neuen Verkehrslenkung konsequenter von Verkehr entlasten. Die Umsetzung des neuen Konzepts soll 1,2 Millionen Franken kosten.

Die Basler Verwaltung will den motorisierten Individualverkehr, also vor allem Autos, konsequent auf Autobahnen und Hauptverkehrsachsen bündeln, um Wohnviertel vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Das ist der Kern eines Verkehrslenkungskonzeptes, das Anfang des Monats vorgestellt wurde und für dessen Umsetzung die Regierung im Großen Rat rund 1,2 Millionen Franken beantragt hat. Kernelemente sind eine intelligentere Verkehrslenkung an neuralgischen Punkten und mehr Zusammenarbeit mit dem Baselbiet. Der südbadische Teil des Ballungsraums ist von dem Vorhaben dagegen allenfalls als Verkehrsteilnehmer in Basel betroffen, schildert Thomas Graf, Projektleiter für die Mobilitätsstrategie im Amt für Mobilität auf Anfrage.

Wer mitunter mit dem Auto in Basel unterwegs ist, kennt die Staus dort – zumal im Berufsverkehr. Daraus resultierenden Ausweichverkehr, der die Wohnviertel belastet, will die Regierung eindämmen. Einen Beitrag dazu sieht sie in sieben sogenannten Dosieranlagen (Grafik); das sind im Prinzip bestehende Ampeln, die so nachgerüstet werden, dass längere Grün- und Rotphasen den Verkehrsfluss optimieren. 2018 habe das Bau- und Verkehrsdepartement so eine Anlage erfolgreich getestet, heißt es in der Mitteilung.

Wegweisung soll mit den Navi-Herstellern koordiniert werden

Zusätzlich verbessert werden soll die Situation durch optimierte Wegweisung, die mit den Herstellern von Navigationsgeräten koordiniert wird und helfen soll, Umwege zu vermeiden. Auch Abbiegeverbote und Einbahnstraßen-Regelungen gehören zum Werkzeugkasten. Für den westlichen Teil von Großbasel will der Kanton mit den Nachbargemeinden und dem Kanton Baselland zudem weitere Projekte entwickeln, da eine städtische Verkehrslenkung, die an der Kantonsgrenze Halt mache, keine optimale Wirkung erzielen könne. Die Umsetzung der verschiedenen Vorhaben wird für die nächsten fünf Jahre anvisiert.