Interview

In der Schweiz hat sich LSD wieder zum Therapeutikum entwickelt

Michael Saurer

Von Michael Saurer

Sa, 10. November 2018 um 17:31 Uhr

Bildung & Wissen

BZ-Plus Vor 80 Jahren wurde die halluzinogene Substanz LSD entdeckt. Mittlerweile ist aus der Hippie-Droge ein Therapeutikum bei psychischen Krankheiten geworden, wie der Basler Medizinprofessor Matthias Liechti erzählt.

Zunächst ist es ein Kribbeln im Magen, später erscheinen bunte Farben und Muster, die man so zuvor noch nie wahrgenommen hat. Die Eindrücke eines LSD-Trips können spektakulär sein, aber – ohne medizinische Begleitung – auch gefährliche Folgen haben.

BZ: Herr Liechti, als Albert Hoffmann am 16. November 1938 LSD synthetisiert hat, wollte er eigentlich gar keine Droge herstellen. Ist die halluzinogene Wirkung ein Betriebsunfall?

Liechti: Das ist richtig, es war nicht sein Ziel, eine Droge zu entwickeln. Er hatte verschiedene Substanzen aus dem Mutterkorn, einem Getreidepilz, gewonnen, um blutdruckstabilisierende Medikamente herzustellen, etwa für die Geburtshilfe.

BZ: War er dann von der halluzinogenen Wirkung überrascht?

Liechti: Die hat er erst nach fünf Jahren entdeckt, nachdem die Forschung schon fast vorbei war. Die blutdruckstabilisierende Wirkung hatte sich bei LSD nicht eingestellt. Doch dann – vermutlich durch einen zufälligen Hautkontakt mir dem Stoff – hat er eigenartige Veränderungen seines Bewusstseins festgestellt und in einem Selbstversuch dann eine kleine Menge eingenommen. Die halluzinogene Wirkung wurde dadurch offenkundig.

Zunächst wollte man damit das Verständnis psychischer Krankheiten verbessern.


BZ: Wahrscheinlich hat er ...

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