Neuausrichtung

Ohne westliche Brille: Afrikaforschung soll auf Augenhöhe stattfinden

Michael Saurer

Von Michael Saurer

So, 17. Mai 2020 um 10:32 Uhr

Bildung & Wissen

BZ-Plus Afrikaforschung ohne Afrikaner? So lief das in der Vergangenheit sehr oft. In Zukunft soll es aber anders sein. Die moderne Forschung setzt auf Zusammenarbeit und Austausch statt Exotisierung.

Chemische Reaktionen kann man im Labor nachvollziehen, physikalische Vorgänge berechnen und messen. Es sind Ergebnisse, die überall auf der Welt wiederholbar sind. In der Sozial- und Kulturforschung ist das anders. Die Sichtweise auf eine Region, auf kulturelle Vorgänge und Veränderungen in einer Gesellschaft ist stets eine interpretierende und subjektive, insbesondere wenn der Forscher auf eine Region blickt, die ihm fremd ist und deren Sprache er womöglich nicht perfekt beherrscht.

Das zeigt sich besonders in der Forschung zu Gemeinschaften und kulturellen Prozessen in Afrika. Kein Wunder, denn diese hat ihren Ursprung in der Kolonialzeit und spiegelt die damals herrschenden Hierarchien wider: Hier der Forscher – mit westlichem Bildungshintergrund, finanziellen Ressourcen und damals auch mit politischer Macht ausgestattet – dort der Erforschte, auf den er herabblickt, den er oft für primitiv hält.

Neues Kompetenzzentrum soll bestehende Asymmetrien abbauen
Es ist ein Anfangsfehler, von dem sich die Afrikaforschung bis in die heutige Zeit nicht vollständig erholt hat, dem sie aber zunehmend entschiedener begegnen will. Auch an der Uni Freiburg. Anfang Mai wurde dort das ...

Lesen Sie jetzt alle BZ-Inhalte!

Gratis testen: lesen Sie alle Artikel unbegrenzt. Jetzt einen Monat für 0 € testen

Alternativ können Sie pro Monat 5 Artikel kostenlos lesen - inklusive BZ-Plus-Artikel und BZ-Archiv-Artikel. Registrieren Sie sich hier:

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 5 Artikel/Monat kostenlos lesen - inkl. BZ-Plus-Artikel und BZ-Archiv-Artikel
  • Redaktioneller Newsletter mit den wichtigsten Nachrichten aus Südbaden
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten. Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ