Debatte

Zehn Fragen zur Zukunft der Geschlechter

Theresa Steudel

Von Theresa Steudel

So, 25. September 2016 um 17:05 Uhr

Bildung & Wissen

Zehn Fragen über ein strittiges Thema: Die Genderforscherin Gabriele Dietze und der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera in der BZ-Debatte zum Thema Geschlechter.

Werden die Geschlechtszuordnungen in Zukunft überflüssig werden? Sind "Mann" und "Frau" nur soziale oder auch biologische Kategorien? Theresa Steudel stellte der Genderforscherin Gabriele Dietze und dem Evolutionsbiologen Ulrich Kutschera zehn Fragen zu einem kontrovers diskutierten Thema.

1.Bei der EM in Frankreich kommentierte die ZDF-Reporterin Claudia Neumann zwei Fußballspiele – und erhielt zahlreiche beleidigende Kommentare. Was denken Sie, wenn Sie im Jahr 2016 solche Ressentiments hören?
Dietze: Ich bin nicht überrascht, denn der Fußball ist wohl das letzte Reservat, in dem sich heterosexuelle Männlichkeit noch entfalten kann. Das sieht man auch an der Homophobie, die innerhalb des Fußballs herrscht, an Kommentaren wie "Du bist schwul ". Ich würde mich zwar freuen, wenn in meinem Lieblingssport mehr Frauen das Wort ergreifen würden, aber ich bin skeptisch, dass das in näherer Zukunft passieren wird.
Kutschera: Das ist unakzeptabel. Eine Frau kann ebenso gut wie ein Mann jedes Fußballspiel sachkundig kommentieren. Wir müssen allerdings bei dieser Bewertung die Evolution des Menschen berücksichtigen. Typische Männer sind im Vergleich zur durchschnittlichen Frau durch einen zehnfach höheren Testosteronpegel sowie eine erheblich stärkere Oberkörpermuskulatur gekennzeichnet. Es wäre unfair, die logisch strukturierte Denkweise des Naturwissenschaftlers auf alle Menschen übertragen zu wollen – die meisten Artgenossen reagieren eher emotional als rational.


2.  Wie definieren Sie das Geschlecht? Und was wäre Ihrer Meinung nach eine wünschenswerte Definition, die von weiten Teilen der Gesellschaft anerkannt würde?
Dietze: Ich bestreite nicht, dass es zwei Körper gibt und damit auch biologische Geschlechtsunterschiede. Die Frage ist nur, wie viel Wert man diesem biologischen Unterschied beimisst. Nach meiner ...

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