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Das Familienzentrum Rheinfelden will trotz Corona eine Anlaufstelle sein

Leony Stabla

Von Leony Stabla

Mi, 18. März 2020 um 12:33 Uhr

Rheinfelden

Das Familienzentrum und der Familientreff haben wegen der Coronakrise geschlossen. Helfen wollen die Mitarbeiter trotzdem. Wie das geht, hat Leiterin Birgitt Kiefer Leony Stabla verraten.

Seit Dienstag haben das Familienzentrum und der Familientreff geschlossen. Trotzdem möchte die Institution weiterhin Anlaufstelle für die Probleme der Bürger sein, deshalb hat sie einen Notdienst per Telefon und E-Mail eingerichtet und auch weitere Angebote sind in Planung. BZ Mitarbeiterin Leony Stabla sprach darüber mit Leiterin Birgitt Kiefer.

BZ: Für wen ist dieser Notdienst gedacht?

Kiefer: Prinzipiell für jeden, der Hilfe sucht. Sei es, dass er ein aufmunterndes Wort braucht, dass ihm die Decke auf den Kopf fällt, dass er mit der Kinderbetreuung nicht klar kommt, oder dass er eine Handreichung braucht. Wir versuchen dann zu helfen oder Hilfe zu vermitteln, so gut wir können.

BZ: Glauben Sie, dass dieses Angebot genutzt wird?

Kiefer: Ich glaube wir sind in beiden Gemeinden gut in das soziale Netzwerk eingebettet und genießen das Vertrauen der Menschen, deshalb hoffe ich, dass die Menschen nicht davor zurückscheuen, uns zu kontaktieren. Ich denke, dass der Bedarf steigen wird und die Menschen dann froh sind, wenn es Anlaufstellen gibt.
Birgitt Kiefer (53) kommt aus Herten. Sie ist diplomierte Sozialarbeiterin. 25 Jahre arbeitete sie in Lörrach beim SAK, bis sie Anfang 2018 die Geschäftsleitung des Familienzentrums Rheinfelden übernahm.

BZ: Wieso meinen Sie, dass der Bedarf steigen wird?

Kiefer: Noch fühlt sich die Situation für viele wie ein Abenteuer an. Sie scherzen oder freuen sich über Corona-Ferien, doch mit der Zeit werden sicher einige Probleme bekommen. Zum Beispiel wenn das Wetter wieder schlecht wird, oder Ausgangssperren verhängt werden. Soziale Isolation hat immer massive Folgen. Gerade ältere Menschen könnten sich isoliert fühlen oder alleinerziehende mit der Verantwortung der Dauerbetreuung überfordert sein. Aber auch in anderen familiären Konstellationen zeigen sich in solchen Situationen Probleme, mit denen man vorher nicht gerechnet hat.

BZ: Wie können Sie dann helfen?

Kiefer: Wir werden jeden Anruf und jede E-Mail beantworten, möchten für die Menschen da sein, ihnen zuhören und ihnen die Hilfe bieten, die sie brauchen. Da kann manchmal schon das Telefonat an sich Hilfe genug sein, aber schon jetzt haben sich einige Menschen bei uns gemeldet und ihre Hilfe angeboten, zum Beispiel um Einkaufsdienste für ältere Menschen anzubieten. Auch unsere Homepage werden wir noch für den derzeitigen Bedarf umbauen. Wir haben noch einige Ideen.

BZ: Zum Beispiel?

Kiefer: Wir möchten auf der Homepage Lese- oder Basteltipps, weiterführende Links für Beschäftigung von Kindern und Ähnliches zur Verfügung stellen. Auch ein kontaktloses Leih-System für Kinderbücher ist eine Überlegung. Ich hoffe wir können das alles so umsetzen. Wer uns dabei helfen möchte, darf sich natürlich auch gerne melden.
Kontakt zum Familienzentrum und Familientreff gibt’s per Mail an info@familienzentrum-rheinfelden.de sowie telefonisch unter 07623/9665470. Es gibt einen Anrufbeantworter, der genutzt werden darf. Infos im Netz unter http://www.familienzentrum-rheinfelden.de

BZ hilft schafft Öffentlichkeit und bringt Menschen, die Hilfe anbieten, mit jenen in Kontakt, die Hilfe benötigen.

Kontakt: redaktion.rheinfelden@badische-zeitung.de