Mit Gewinn leben

Das Internet macht es privaten Verkäufern leicht – doch es gibt auch Gefahren

Ines Danzeisen

Von Ines Danzeisen

So, 12. September 2021 um 12:05 Uhr

Wirtschaft

Beim Kelleraufräumen findet man viele Dinge, die sich online verkaufen lassen. Doch nicht alle Käufer sind seriös. Wer online verkauft, sollte deshalb diese Betrugsmaschen kennen.

Beispiel: Der Käufer erklärt dem Verkäufer, dass er zur Zahlung einen Dienstleister aus Luxemburg nutzen werde. Die Ware hole eine Bekannte, er befände sich im EU-Ausland. Das Geld geht ein, die Ware wird abgeholt. Nun behauptet der Käufer, er habe nichts erhalten. Wenn Sie nicht nachweisen können, dass der Käufer die Ware bekommen hat, wird der Zahlungsdienstleister den Preis erstatten und Ihr Konto belasten. Bestehen Sie deshalb bei Abholung auf Barzahlung und lassen Sie sich die Übergabe schriftlich bestätigen.

Der Speditionstrick

Ähnlich funktioniert der Speditionstrick: Der Käufer sagt, er habe das Geld für Ware und Versand zur Zahlung angewiesen. Er sei aber beruflich im EU-Ausland und lasse per Spedition abholen. Sie erhalten vom angeblichen Zahlungsdienstleister eine Mail, die besagt, Sie bekämen die Gutschrift, sobald die Frachtrechnung beglichen sei. Zahlen Sie nicht! Das Geld ist verloren.

Der Dreiecksbetrug

Beim Dreiecksbetrug bieten Sie ein Produkt im Internet an. Der Betrüger kopiert Ihre Anzeige und stellt sie ins Netz. Ihnen gegenüber gibt er sich als Interessent aus, schlägt einen EU-Zahlungsdienstleister vor, fragt nach Ihren Kontodaten. Sobald sich ein Käufer für das Produkt findet, übermittelt er diesem Ihre Daten. Sie erhalten das Geld, schicken die Ware aber an den Betrüger. Der Kunde geht leer aus und verlangt sein Geld zurück. Stellen Sie daher sicher, dass die beim Zahlungsdienstleister angegebene Versandadresse mit der im Verkaufsportal übereinstimmt. Ist dem nicht so, wird unterstellt, dass die Ware nicht verschickt wurde. Der seriöse Käufer erhält sein Geld zurück. Und Ihnen bleiben weder Ware noch Geld.
Zur Person
Ines Danzeisen arbeitet beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland in Kehl. Das EVZ berät kostenlos bei Streitigkeiten mit einem Händler im EU-Ausland, Island, Norwegen oder Großbritannien.
E-Mail: [email protected]
Internet: http://www.evz.de