Wolfgang Abel im Interview

"Das ist jammerschade": Reisebuchautor zerpflückt Badenweilers Tourismuspolitik

Klaus Riexinger

Von Klaus Riexinger

Mo, 20. Mai 2019 um 08:46 Uhr

Badenweiler

Der Sonntag Badenweiler verliert seit einigen Jahren im Tourismus an Boden. Warum? Der Badenweiler Reisebuchautor und Gastrokritiker Wolfgang Abel benennt im "Sonntag"-Interview Versäumnisse – und Chancen.

Der Sonntag: Herr Abel, Sie beschreiben Badenweiler als eines der landschaftlich reizvollsten Heilbäder im Land. Warum gehen ausgerechnet in Badenweiler die Touristenzahlen zurück, während der Tourismus-Boom im Schwarzwald kein Ende zu finden scheint?

Abel: Das Hauptproblem ist, dass es kein klares Profil gibt. In Badenweiler versuchen viele Spieler ganz unterschiedliche Produkte anzubieten. Besser wäre es, das Profil zu schärfen und seine Qualität zu heben.

"Es es braucht eine klare Positionierung." Wolfgang Abel Der Sonntag: Was wäre ein klares Profil?

Abel: Das Hauptkapital des Ortes ist seine einmalige Lage, die lange Geschichte und die Therme. Diese drei Faktoren müssen Sie ins Heute übersetzen. Das kann nur heißen: Ich möchte nicht von allem ein bisschen anbieten, es braucht eine klare Positionierung. Zielperson wäre für mich der ausgelernte, selbstbewusste Gast. Der Gast, der nicht bespaßt werden will, der keinen billigen Eventismus braucht, weil er weiß, was er will. Ein niveauvolles Refugium, einen Salon am Fuß des Blauen.

Der Sonntag: Eine Studie des Instituts für Management und Tourismus hat vor sieben Jahren dieselbe Schwachstelle ausgemacht. Passiert ist offenbar wenig oder wie manche meinen: nichts. Fehlt der Wille zur ...

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