Versorgungslücke
Das neue Dreilandklinikum in Lörrach soll grenzüberschreitend Patienten versorgen
Der Trinationale Eurodistrict Basel (TEB) treibt neue Projekte voran. Die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung und PFAS im Trinkwasser standen im Fokus der Sitzung in Lörrach.
So, 30. Nov 2025, 19:00 Uhr
Kreis Lörrach
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Der Trinationale Eurodistrict Basel (TEB) hat bei seiner jüngsten Sitzung im Landratsamt Lörrach neue grenzüberschreitende Themen in Angriff genommen und über Fortschritte in bestehenden Projekten berichtet. Das geht aus einer Pressemitteilung des TEB Lörrach hervor.
Demnach empfing Marion Dammann, Präsidentin des TEB und Landrätin des Landkreises Lörrach, den Vorstand des TEB zu Beratungen über die strategische Ausrichtung in den kommenden Jahren. Politikerinnen und Politiker aus den drei Ländern Deutschland, Frankreich und der Schweiz hätten dabei besonders die Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung und eine verstärkte Kooperation im Bereich Forst und Waldwirtschaft in den Fokus genommen. Der TEB-Vorstand werde in den kommenden zwei Jahren unter deutschem Vorsitz diese Themen weiter vorantreiben. Auch der Bau neuer Brücken über den Rhein stehe weiterhin auf der Agenda.
Nach der Schließung der Clinique des Trois frontières in Saint-Louis habe sich auf französischer Seite eine Versorgungslücke ergeben, insbesondere für weniger mobile Patientinnen und Patienten, heißt es weiter. Der TEB setze sich laut Mitteilung dafür ein, das neue Dreilandklinikum in Lörrach auch für französische Nachbarn zugänglich zu machen. Ziel sei es, insbesondere im Bereich der Diagnostik, etwa bei Koloskopien, MRT- und Mammographie-Untersuchungen, eine grenzüberschreitende Nutzung zu ermöglichen. "Mit den neuen Kapazitäten des Dreilandklinikums könnte diese Lücke perspektivisch zum Vorteil der französischen Bewohner des Dreiländerecks geschlossen werden", wird Marion Dammann zitiert.
Ewigkeitschemikalien belasten Trinkwasser über die Grenzen hinweg
Ein weiteres Thema, das alle drei Länder betrifft, ist die Belastung des Trinkwassers durch sogenannte Ewigkeitschemikalien, insbesondere per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS). Ab Januar gelten EU-weit neue Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser, die jedoch noch nicht überall eingehalten werden. PFAS sind künstlich hergestellte Verbindungen, die etwa in Löschschäumen verwendet werden und im Verdacht stehen, gesundheitsschädlich und krebserregend zu sein.
Besonders betroffen ist der Bereich zwischen dem Euroairport und Rhein, wo durch frühere Übungen mit Löschschaum PFAS-Konzentrationen im Trinkwasser gemessen wurden, die die neuen Grenzwerte deutlich übersteigen. Die Belastung des Grund- und Trinkwassers in der Region Basel sei unterschiedlich stark ausgeprägt. Die zuständigen Behörden der Saint-Louis Agglomération, des Landkreises Lörrach und der Industriellen Werke Basel (IWB) stellten die unterschiedliche Betroffenheit in der Region dar. Gemeinsam mit den TEB-Vorstandsmitgliedern seien Maßnahmen zur Verbesserung der Trinkwasserqualität und -aufbereitung diskutiert worden. In Frankreich kämen zunächst mobile Aktivkohlefilteranlagen zum Einsatz, bis dauerhafte Lösungen installiert sind.
Neues Projekt will Wälder der Region Basel zukunftsfähig machen
Ein weiterer Schwerpunkt der TEB-Arbeit bleibt die regionale Entwicklung, insbesondere die grenzüberschreitende Mobilität. Derzeit werde eine Verkehrserhebung durchgeführt und die Planung für das Entwicklungsgebiet "3Land" vorangetrieben, das eine neue Brücke zwischen der Basler Rheininsel und Huningue vorsieht. Darüber hinaus seien zwei weitere Brücken bei Bad Bellingen und Petit-Landau sowie zwischen Efringen-Kirchen und Rosenau im Rahmen des Projekts "Rheinliebe" in der Diskussion.
Michael Kauffmann, Leiter des Dezernats Ländlicher Raum im Landratsamt Lörrach, stellte das neue Projekt "Waldconnecté" vor. Ziel sei es, die stadtnahen Wälder der Region Basel mit dem Wissen aller drei Länder klimaresilient zu gestalten und so zukunftsfähig zu machen.
Abschließend verabschiedete das Gremium Franco Mazzi, Stadtammann in Schweizer Rheinfelden und Gründungsmitglied des TEB. Mazzi habe fast zwanzig Jahre lang die Zusammenarbeit im Dreiländereck maßgeblich geprägt. Seine Nachfolge als TEB-Vizepräsidentin tritt Stéphanie Erni, Bürgermeisterin von Büren (Kanton Solothurn), an.