Zahlen

Der Arbeitsmarkt im Kreis Lörrach erholt sich im Juli leicht

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 30. Juli 2020 um 14:59 Uhr

Kreis Lörrach

Die Agentur für Arbeit in Lörrach wird optimistischer. Die Arbeitslosenquote steigt zwar. Das liege aber nicht nur an Corona. Arbeitgeber fragen wieder stärker Arbeitskräfte nach und auch die Einstellungen steigen.

In den Landkreisen Lörrach und Waldshut waren im Juli 10.443 Menschen arbeitslos gemeldet, 144 Personen mehr als im Juni und 3382 mehr als im Juli 2019. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,6 Prozent und damit über der Arbeitslosenquote des Landes Baden-Württemberg (4,4 Prozent), teilte die Lörracher Agentur für Arbeit, die für die beiden Landkreise zuständig ist, am Donnerstag mit.

"Der Arbeitsmarkt erholt sich leicht", schreibt Bereichsleiterin Jutta Hünenberger. Zwar ist auch im Juli die Arbeitslosigkeit gestiegen. Dies sei aber nicht nur Corona geschuldet, sondern zu Beginn der Sommerferien saisonüblich. Kündigungen zum Quartalsende, Auslaufen von Befristungen und junge Menschen, die ihre Ausbildung abgeschlossen oder die Schule beendet haben, melden sich jetzt vorübergehend arbeitslos. "Normalerweise entspannt sich die Situation zum Ende des Sommers wieder", weiß Hünenberger. Die Beschäftigungsprozesse seien wieder dynamischer, Arbeitgeber fragen wieder stärker Arbeitskräfte nach und auch die Einstellungen steigen an und liegen sogar etwas über Vorjahresniveau.

Weiterbildung im Fokus

Trotz allem Optimismus blieben Weiterbildung, Qualifizierung und Ausbildung die gesellschaftlichen Top-Themen. "Gerade in unsicheren Zeiten dürfen wir diese nicht aus dem Blick verlieren." Es gelte gute Weiterbildungsangebote zu schaffen, um Arbeitslose zu qualifizieren und in die Ausbildung von jungen Menschen zu investieren, um keine "Generation Corona" entstehen zu lassen. Der Bedarf an Fachkräften werde auch durch eine Pandemie nicht weniger.

Seit März haben 4396 Betriebe für 52.266 Beschäftigte im Agenturbezirk Kurzarbeit angezeigt; im Vorjahreszeitraum waren es 16 Betriebe und 485 Beschäftigte. Der größte Anteil entfällt auf Betriebe aus Handel/Verkauf und Gastronomie. Gemessen am Anteil der Beschäftigten ist das verarbeitende Gewerbe am stärksten betroffen. Die Zahl der Anzeigen bildet einen maximal möglichen Kurzarbeitsrahmen ab. Zur tatsächliche Inanspruchnahme sind Aussagen erst möglich, wenn die Arbeitgeber die Anträge auf Abrechnungen vorgelegt haben und diese bearbeitet sind.