Der Mythos vom gesünderen Essen

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Von dpa

So, 30. August 2020

Gastronomie

Der Sonntag Genauer Blick in die Zutatenliste lohnt sich: Gemüsechips machen nicht schlank, und veganes Essen ist nicht automatisch gesund.

Gemüsechips sind nicht unbedingt kalorienärmer als normale – und ein verganer Brotaufstrich nicht automatisch gesund. Ein genauer Blick in die Zutatenliste lohnt sich.

Sie haben ein gesünderes Image und werben mit Aussagen wie "weniger Fett als Kartoffelchips" und "mehr Eiweiß": Gemüsechips sind trotzdem nicht gesünder als herkömmliches Knabbergebäck. So die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nach einem Nährwertcheck von 80 Gemüsechip-Produkten.

Zum Vergleich: Kartoffelchips enthalten in der Regel über 530 Kilokalorien und 33 Gramm Fett pro 100 Gramm. Im Schnitt haben Gemüsechips aus Roter Bete, Süßkartoffel oder Pastinake mit 500 Kilokalorien und 32 Gramm Fett pro 100 Gramm einen ähnlichen Energiegehalt. Etwas "leichter" sind Snackprodukte auf Basis von Linsen, Erbsen und Co. mit im Schnitt 16 Gramm Fett pro 100 Gramm und 440 Kilokalorien.

Auch der Salzanteil ist bei Chips aus Kartoffeln oder Gemüse in etwa gleich hoch. Chips aus Hülsenfrüchten enthalten zwar mehr Eiweiß als die Vergleichsprodukte. Doch der insgesamt hohe Salzgehalt von im Schnitt 2,3 Gramm pro 100 Gramm hebt den positiven Effekt wieder auf.

Deshalb: Genau schauen und sich nicht blenden lassen. Das gilt auch für vegane Brotaufstriche. Grob können Käufer davon ausgehen: Produkte mit wenig Gemüse enthalten meist mehr Fett. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Zeitschrift Öko-Test (9/2020).

Die Tester haben vegane Bio-Brotaufstriche der Geschmacksrichtung Paprika-Tomate untersucht und beispielsweise beim Gemüseanteil gewaltige Unterschiede festgestellt: Die Spanne reichte von nur 17 Prozent bis zu üppigen 84 Prozent.

Von insgesamt 22 getesteten Aufstrichen erhielten 8 ein "sehr gut", 10 die Note "gut" sowie 3 Mal "befriedigend". Ein Aufstrich war nur "ausreichend", weil auffällig viel Nickel enthalten war.

Die Tester werteten Produkte ab, wenn deren Fettgehalt bei mehr als 30 Gramm pro 100 Gramm lag oder der Salzgehalt 1,5 Gramm pro 100 Gramm überstieg.

Noch ein Tipp: Meist halten sich geöffnete Aufstriche nur ein paar Tage im Kühlschrank. Damit sie nicht verderben, können sie auch gut als Pesto, Dip oder Soßen verwenden.